Akelei: Begegnung mit der Adlerblume

Akelei Foto: Silke Böttcher
Akelei Foto: Silke Böttcher

Die Form dieser Blüte beschreiben zu wollen ist nicht einfach. Denn die Gemeine Akelei ist ein Kunstwerk, das man sich genau ansehen sollte. Wer die Pflanze in der wilden Natur sieht, der kann sich freuen, denn die Pflanze ist ziemlich selten und steht unter Naturschutz.

Warum die Akelei auch Adlerblume genannt wird

Manche nennen die Gemeine Akelei auch Adlerblume – der lange Sporn erinnert ein bisschen an den Schnabel eines Adlers. Dazu würde dann auch die Übersetzung des Namens passen: „aquila“ bedeutet auf Lateinisch „Adler“ und enthält eigentlich schon das Wort „Akelei“. Hildegard von Bingen jedenfalls kannte das Gewächs und seinen Namen und setzte es als Heilmittel gegen Schwellungen der Lymphknoten ein.

Spektakuläres Hahnenfußgewächs

Die Gemeine Akelei, die noch vier Unterarten hat, wird ungefähr 60 Zentimeter hoch. Ihre gelappten und dreigeteilten Blätter verraten, dass sie zu den Hahnenfußgewächsen gehört. Bei der Blüte aber hört die Ähnlichkeit auf: Sie wird ungefähr drei Zentimeter groß, ist nach unten geneigt wie eine Glockenblume und die fünf meist blauen oder zart lilafarbenen Blütenblätter tragen die schon erwähnten langen Sporne. Wenn man sich die zarten, spektakulären Blüten so anschaut, wird klar, warum die Akelei auch als „Elfenhandschuh“ genannt wird. Mit Betonung auf „Elfe“.

Besonders Hummeln und Bienen besuchen die Blüten, und nicht alle nehmen dabei auch den Pollen mit: Einige beißen einfach den Sporn an und klauen sich den Nektar.

Fruchtstände erinnern an Kronen

So eindrucksvoll wie die Blüten sind auch die Fruchtstände der Akelei: Hoch aufstehende Kapseln, die ein bisschen an langgezogene Kronen erinnern. Wenn sie getrocknet sind, geben sie die Samen frei, die mit dem Wind oder am Fell von Tieren verbreitet werden.

In Berlin und Brandenburg ist die Gemeine Akelei, die übrigens Blume des Jahres 1985 war, sehr selten. Das Foto ist im Süden Brandenburgs entstanden, wo die Pflanze ideale Bedingungen – den Rand eines lichten Mischwalds mit ausreichend Sonne und kalkhaltigem Boden – gefunden hat. Manchmal findet man in der Natur auch verwilderte Exemplare aus Gärten.

Die Akelei in der Kunst…

Kein Wunder, dass eine Schönheit wie die Gemeine Akelei schon viele Künstler inspiriert hat. Leonardo da Vinci zum Beispiel malte sie neben einem Bacchus und Lucas Cranach d.J. verewigte sie in seinem Werk „Allegorie der Erlösung“. Dass die Pflanze nebenbei auch noch als Aphrodisiakum verwendet und gegen Unfruchtbarkeit eingesetzt wurde, ist eine andere Geschichte.

…und im Garten

Immerhin fand die Akelei schon im Mittelalter ihren Weg in die Gärten, wo sie seither ihren festen Platz hat. Sie verträgt auch leichten Schatten ohne Probleme. Man kann die Pflanze im Gartencenter kaufen, wo es auch Variationen zum Beispiel mit weißen Blüten gibt.  Als Heilpflanze sollte man die Akelei allerdings anders als einst Hildegard von Bingen lieber nicht nutzen, denn sie ist giftig – sie enthält unter anderem eine Blausäure-Verbindung.

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2 thoughts on “Akelei: Begegnung mit der Adlerblume”

    1. Liebe Romina,, of
      die Akelei ist in Brandenburg sehr selten. Die Aufnahme ist in der Nähe von Treuenbrietzen entstanden, sie stand am Waldrand in einer Hecke. Die besten Chancen, die Pflanze zu sehen, gibt es in Eichen- und Buchen-Mischwäldern, die nicht zu dicht sind.
      Liebe Grüße von Silke

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