Ein sonnengelber Teppich aus Alant

Weidenblättriger Alant
Weidenblättriger Alant

Wer einmal einen über und über mit Alant bewachsenen Hang gesehen hat, wird das nicht mehr vergessen – der Anblick der gelben Sterne ist wunderschön. Allerdings sind die Chancen dafür nicht allzu groß, denn in Berlin oder Brandenburg ist die Pflanze eher selten.

Alant: Korbblüter mit Sonnenblüten

Es gibt etwa 100 Alant-Arten, die zwar alle gelbe Blüten tragen und zu den Korbblütlern gehören, aber ansonsten sehr unterschiedlich aussehen. Das Foto zeigt den Weidenblättrigen Alant (Inula salicina) der etwa kniehoch wird. Seine Laubblätter sind länglich bis eiförmig – sie erinnern an Weidenblätter, was der Pflanze den Namen gab. Die Blüten, die zwischen Juni und Oktober erscheinen, können bis zu vier Zentimeter Durchmesser haben – mit ihrem Kranz aus schmalen langen Zungenblüten und den in der Mitte sitzenden Röhrenblüten sehen sie aus wie Sonnen.

Vorliebe für Sonne und humusreichen Boden

Der Weidenblättrige Alant wächst vor allem auf Moorwiesen und Halbtrockenrasen, er mag aber auch sonnige Buschsäume und Wegraine mit humusreichem Boden. Weil er sich durch Ausläufer vermehrt, bildet er mancherorts knallgelbe Blütenteppiche und lockt unzählige Bienen an.

Berühmtestes Familienmitglied: der Echte Alant

Das Gewächs hat viel Ähnlichkeit mit dem Rauhaarigen Alant, der allerdings viele Härchen an Stängeln und Blättern trägt, und mit dem Echten Alant. Der wiederum wird bis zu zwei Meter hoch, bevorzugt einen feuchten und halbschattigen Standort und ist auch als Helenenkraut bekannt. Das Wort steckt sogar in seinem botanischen Namen (Inula helenium).

Die Geschichte von Helene

Namenspatin war Helena, die Tochter des Zeus. Die Legende sagt, dass sie eine Handvoll der gelben Blüten gegriffen haben soll, als Paris sie nach Troja entführte. Es heißt aber auch, dass die Pflanze dort wuchs, wo Helenas Tränen den Boden berührten. Und es gibt noch mehr Ansichten (mit Legenden ist das ja so eine Sache), dass mit Helena die minoische Vegetationsgöttin Heléne gemeint war. Wie auch immer – auf alle Fälle ist das Gewächs schon seit Urzeiten als Heilpflanze bekannt.

Alant und seine ganz besonderen Kräfte

Die Wurzel wurde schon in der Antike als Mittel gegen Magenschmerzen und Husten genutzt und die Blätter fördern die Heilung von Wunden. Außerdem nutzte man die Pflanze als Gewürz. Heute ist sie gelegentlich Zutat in Likören und in Hustensäften.

Und es gibt noch mehr: 1804 wurde Inulin aus der Pflanze isoliert – ein Kohlenhydrat, das zum Beispiel als Fettersatz in Joghurts steckt und das Diabetiker als Stärkeersatz nehmen können, weil es den Blutzuckerspiegel nicht beeinflusst. Dass Alant sogar Dämonen vertreiben soll, ist aber eine andere Geschichte….


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