Spannendes über Ameisen

 

Ameisen gehören nicht unbedingt zu den beliebten Tieren. Das liegt wohl an ihrem Gewusel und dem Soldatischen, das man mit ihnen verbindet. Dass sie äußerst nützlich sind, wird gerne vergessen. Und auch, dass sie ziemlich eindrucksvolle Fähigkeiten haben (zum Beispiel, dass sie mal eben das Dreißigfache ihres eigenen Gewichts tragen können). Was ich besonders spannend finde, ist ihre Verbindung zu unterschiedlichen Pflanzen.

Warum Ameisen Pflanzensamen verschleppen

Einige Ameisen zum Beispiel helfen bei der Verbreitung von Pflanzen – an deren Samen hängt ein sogenanntes Elaiosom, das viele Nährstoffe enthält und bei Ameisen sehr beliebt ist. Sie tragen Samen und Elaiosom in ihr Nest, fressen das Anhängsel und laden die für sie nutzlosen Samen später in der Nähe ab. Ganz nebenbei sorgen sie so für die Ausbreitung von Pflanzen wie Lerchensporn, Leberblümchen, Frühlings-Adonisröschen und Schöllkraut.

Symbiose zwischen Ameise und Pflanze

Es gibt aber auch Pflanzen, die mit den Tieren eine interessante Verbindung eingehen: Die Pflanze wird zur Ameisenwohnung und wird im Gegenzug vor Raupen und anderen Fraßfeinden geschützt. Sogar andere Pflanzen werden daran gehindert, zu groß zu werden und der Ameisenpflanze möglicherweise das Licht zu nehmen. Die Krabbeltiere beißen die Konkurrenzgewächse einfach kaputt.

„Zucht“ von Blattläusen

Ziemlich häufig (und bei Balkon- und Gartenbesitzern nicht so beliebt) sind Verbindungen zwischen Ameisen und Blattläusen. Hier profitiert nicht die Pflanze – im Gegenteil: Die Ameisen bewachen die Läuse sogar und schützen sie vor Feinden. Grund ist der Honigtau, den die Blattläuse ausscheiden und den die Ameisen lieben. Sie melken sie sogar! Wer die Pflanze schützen will, muss nur die Läuse entfernen und ist ganz schnell auch die Ameisen los.

Leben in Staaten

Ameisen gehören zur Familie der Insekten, und es gibt weltweit mehr als 11.000 Arten. In Europa leben 200 Arten von winzig bis ziemlich groß. Gemeinsam ist allen, dass sie in Staaten leben, die oft aus einigen Millionen Tieren bestehen. Aufgeteilt sind die Staaten in Arbeiter, Weibchen und Männchen.

Männchen und Weibchen tragen Flügel (Arbeiter nicht), die Männchen sterben nach der Paarung. Die Weibchen gründen neue Kolonien.

Nützliche Tiere

Man könnte Ameisen als Naturpolizei bezeichnen. Sie schichten das Erdreich um und helfen beim Abbau von Pflanzenresten. Dabei zeigen sie erstaunliche Kraft – eine einzelne Ameise kann locker eine Tannennadel wegschleppen, die 30mal mehr wiegt als sie selbst. Von den Samen, die sie in ihren Bau trägt, ganz abgesehen.

Warum Ameisen so stark sind

Wissenschaftler erklären die enormen Tragekräfte der Ameisen so: Die Kraft eines Muskels hängt von der Oberfläche seines Querschnitts ab. Das klingt kompliziert, aber tatsächlich gilt: je kleiner ein Tier ist, desto weniger eigene Körpermasse muss es tragen und hat entsprechend mehr Kraft zum Tragen anderer Lasten.

Haftkissen an den Füßen

Dank ihrer Haftkissen an den Füßen können sie auch unter voller Last kopfüber an einem Ast herunterlaufen. Manchmal sieht man auch Ameisen beim Tragen toter Insekten. Das liegt daran, dass es auch Ameisenarten gibt, die sich von Aas ernähren.

Ein Staat in Winterruhe

Im Moment halten die meisten Ameisen Winterruhe – in dieser Zeit fallen sie in eine Art Starre. Anschließend braucht die Königin einige Tage, um sich aufzuwärmen, und dann beginnt sie, große Mengen Eier zu legen.

Die Königin entscheidet über Männchen und Weibchen

Interessant ist, dass die Königin festlegt, ob Männchen oder Weibchen daraus werden sollen. Um die Eier kümmern sich eigens Brutpflegerinnen, die im Nest auch für ein ganz spezielles Klima sorgen.

Gewaltige Nester

Die Nester der Ameisen, die auf den ersten Blick aussehen wie mächtige Ansammlungen von Tannennadeln, können sehr eindrucksvoll sein. Einige sind mannshoch und haben einen Durchmesser von bis zu fünf Metern. Und das betrifft nur den über der Erde liegenden Teil des Baus. Unter der Erde kommt er oft noch einmal auf zwei Meter.

Wärmespeicher

Im Norden sind die Hügel oft höher als im Süden. Der Grund: Ameisen mögen es warm, und der oberirdische Teil des Baus speichert Wärme – je höher, desto wärmer wird es. Zwischen April bis Oktober sind es 20 bis 30 Grad, im Winter immerhin noch zehn Grad.

Ameisen und Pflanzen: Führung im Botanischen Garten

Morgen (11. November) kann man im Botanischen Garten Berlin mehr über Ameisen und ihre Beziehung zu Pflanzen erfahren. Die Diplom-Biologin Beate Senska lädt zu einer Führung in den Gewächshäusern ein. Adresse: Königin-Luise-Straße 6-8, Treffpunkt: 14 Uhr am Eingang Königin-Luise-Platz.  Teilnahme: 6 Euro plus ermäßigter Garteneintritt 3 Euro


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