Amerikanische Kiefernwanze: Begegnung mit einem Riesen-Krabbler

Amerikanische Kiefernwanze
Amerikanische Kiefernwanze Foto: Silke Böttcher

Die Amerikanische Kiefernwanze ist ein Riese – und trägt ihre Herkunft schon im Namen: Sie ist eine Einwanderin aus dem Norden Amerikas. Seit 1999 fühlt sie sich aber auch in Europa sehr wohl. Ihre Eigenart, an Pflanzensamen zu saugen, macht sie allerdings nicht unbedingt beliebt.

Amerikanische Kiefernwanze: Zickzack-Linie am Rücken

Die Amerikanische Kiefernwanze (Leptoglossus occidentalis) ist bis zu zwei Zentimeter lang und etwa sieben Millimeter breit. Der untere Teil ihrer Hinterbeine ist stark verbreitert. Auffällig ist auch die weiße Zickzack-Linie, die auf dem Rücken verläuft. Insgesamt ist die Wanze braun.

Abwehrsekret mit angenehmem Duft

Wenn sie sich bedroht fühlt, sondert die Kiefernwanze ähnlich wie die Grüne Stinkwanze ein Sekret ab, allerdings riecht es ziemlich angenehm nach Kiefern.

Aus Amerika „importiert“

Nach Europa kam die Wanze, die mit den bei uns heimischen Arten nicht verwechselt werden kann, möglicherweise durch importierte Weihnachtsbäume oder aber durch Saatgut. Inzwischen hat sie sich in ganz Europa ausgebreitet, seit 2006 gibt es sie auch in Deutschland.

Vorliebe für Nadelwälder

Als gute Flieger, die mit ihrem lauten Brummen wie große Käfer klingen, können sich die Kiefernwanzen schnell neue Lebensräume suchen. Das sind hauptsächlich Wälder mit Nadelbäumen wie Kiefern, Douglasien und Weißfichten.

Die Nadeln als Kinderstube

Die Nadeln der Bäume sind auch die Orte, an denen die Weibchen Ende Mai ihre Eier ablegen. Wer genau hinschaut, kann die winzigen Reihen aus unzähligen Eiern auch sehen. Die Nymphen, die nach etwa zwei Wochen schlüpfen, ernähren sich vom Saft der Nadeln, in späteren Stadium leben sie auch von den Samen.

Winterquartier (auch) in Häusern

Im August ist die Kiefernwanze zum Imago, zum ausgewachsenen Tier, geworden. Sehen kann man sie noch bis in den späten Herbst hinein, dann zieht sie sich zum Überwintern in Vogelnester, Löcher unter Baumrinde oder Ritzen in Gebäuden zurück. Manchmal sammeln sich bis zu 2000 Tiere an einem Ort. Das liegt an einem Pheromon, das die Männchen ausstoßen und damit Artgenossen anlocken.

In Amerika, wo die Wanze deutlich häufiger ist, gibt es manchmal Masseneinflüge in Häuser und Wohnungen – nicht zur Freude der Hausbesitzer. Angst haben aber müssen sie nicht, denn die Tiere sind völlig harmlos.

Die Amerikanische Kiefernwanze gilt als Schädling

Weil die Kiefernwanze eine Vorliebe für junge Baumzapfen hat und die Samen anfrisst, gilt sie zumindest in Amerika als Forstschädling. Denn die Samen können sich nicht weiterentwickeln. In Europa hat es bisher keine größeren Schäden gegeben. Wer also einem der großen Krabbler begegnet: Einfach weiterkrabbeln lassen – denn hübsch ist der Riese auf alle Fälle.


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