Amphibienwanderung in Berlin und Brandenburg

Amphibienwanderung
Gefährliche Amphibienwanderung Foto: Jonathan Fieber/Nabu

Die Amphibienwanderung gehört zu den Ereignissen im Jahr, bei denen der Mensch merkt, dass die Natur ihre ganz eigene Lebensweise hat. Und dass er, oder besser: sein Auto, auch schwere Schäden anrichten kann. Sobald es nachts milder wird und es ein bisschen feucht ist, kommen nämlich Frösche, Kröten und Molche in großer Zahl aus ihren Winterquartieren und wandern zu den Gewässern, in denen sie sich fortpflanzen.

Amphibienwanderung vom Winterquartier zum Laichplatz

Das haben sie schon vor Urzeiten so getan, und sie tun es auch heute – nur dass es heute Straßen gibt, auf denen schnell gefahren wird. Zu schnell für die Amphibien, die nicht gerade zu den Sprintern im Tierreich gehören. Manchmal dauert es mehr als eine Viertelstunde, bis ein Tier eine Straße überquert hat. Wenn der Asphalt vielleicht auch noch warm ist, nutzen sie ihn gerne mal als Kurzzeit-Ruheplatz aus.

Gefährlicher Luftsog

Gefährlich sind nicht nur die Autoreifen, sondern auch der Luftsog der Fahrzeuge, die schnell fahren. Jedes Jahr sterben tausende der wandernden Amphibien auf den Straßen.

Autofahrer: bitte Rücksicht nehmen!

Autofahrer sollten in dieser Zeit ganz unbedingt auf Warnschilder „Vorsicht, Krötenwanderung“ achten und ihr Tempo stark reduzieren. Besonders am Berliner Stadtrand und auch in Brandenburg in der Nähe von Gewässern ist Vorsicht – oder besser: Rücksicht – geboten. Das gilt vor allem für die frühen Morgen- und die späten Abendstunden.

Naturschützer stellen Amphibienzäune auf

An vielen Orten sind Naturschützer und Mitglieder des Nabu unterwegs, bauen Amphibienzäune auf und versuchen, die Tiere auf diese Weise zu Fangeimern zu lotsen. Morgens und Abends werden die Eimer geleert und die Tiere über die Straße getragen. 2015, so der Nabu, wurden allein an der Dammheide in Mahlsdorf-Süd 967 Erdkröten gerettet.

Gartenbesitzer sollten Gruben verschließen

Der Nabu bittet Gartenbesitzer außerdem, offene Gruben, steilwandige Gräben und Lichtschächte zu verschließen. Jens Scharoun, Artenschutzreferent des Nabu, erklärt warum: „Immer wieder geraten Amphibien hinein, finden keinen Ausstieg und können innerhalb weniger Tage buchstäblich vertrocknen.“ Wenn eine komplette Abdeckung solcher Flächen nicht möglich sei, empfiehlt er, Äste als Kletterhilfe in die Schächte zu stellen. Auf diese Weise schaffen es Erdkröte & Co., wieder nach oben zu kommen.

Nach der Amphibienwanderung beginnt die Paarung

Die Amphibienwanderung ist nur der Anfang: Sobald die Tiere die Gewässer erreicht haben, beginnt die Paarung – und wenig später kann man überall die Laich-Schnüre der Kröten, die Laich-Ballen der Frösche und auch mal einzelne Eier von Molchen im Wasser sehen.

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