Amsel – Meistersängerin mit dem gelben Schnabel

Amsel
Amsel im Winter Foto: NABU/Frank Derer

Die Amsel gehört zu den begabtesten der Berliner Meistersänger. Und sie scheint das ganz genau zu wissen. Denn sie hat eine Vorliebe für exponierte Bühnen. Manchmal singt sie von Hausdächern herunter, manchmal sucht sie sich in der Berliner Natur die höchste Spitze eines Baums. Von dort unterhält sie dann ganze Straßenzüge mit ihrem Gesang. Wobei „sie“ nicht ganz stimmt – es ist das Männchen, das im Frühjahr so aus voller Kehle singt.

Zetern kann die Amsel auch

Aber die Amsel kann auch ganz anders. Zetern nämlich. Wenn ein Mensch an dem Zaun vorbeikommt, auf dem sie gerade sitzt, dann fliegt sie nicht einfach weg, sondern tut ihren Unmut mit aufgeregtem „ki-ki-ki-ki“ kund.

Das Männchen ist schwarz, das Weibchen braun

Schwarzdrossel wird die Amsel auch genannt, was aus mehreren Gründen passt. Denn der Vogel gehört zur Familie der Drosseln, und der Zuname „schwarz“ erklärt sich zumindest beim Männchen sofort:  Sein Gefieder ist tiefschwarz, während das Weibchen braungefleckt ist.

Ein Virus bedroht die Vögel

Bei der  Stunde der Gartenvögel landet die Amsel immer auf den vorderen Plätzen (2017 war sie bundesweit auf Platz zwei, in Berlin auf Platz drei). Diesem Ergebnis merkt man nicht an, dass die Zahlen der Amsel zurückgehen. Schuld ist ein Virus, das schon so viele Amseln getötet hat, dass der Nabu die Berliner darum bittet, sich zu melden, wenn sie verendete Amseln entdecken.

Vorliebe für Wälder und Parks

Sehen kann man die Vögel überall in der Stadt, am ehesten aber dort, wo es ein bisschen Grün gibt. Denn ursprünglich wohnten die Amseln in dichten Wäldern. Die sind auch heute noch ihre bevorzugten Brutreviere. Parks zählen aber auch, denn dort finden die Tiere Regenwürmer oder Käfer. Aber die ignorieren sie sofort, wenn ihnen ein Obstbaum auffällt. Amseln sind nämlich Feinschmecker, verlieren aber schnell das Interesse an einer Frucht – die nächste erscheint ihnen noch schmackhafter. Gartenbesitzer sind nicht so begeistert, wenn die Amseln unzählige Früchte anpicken, ohne sie ganz aufzufressen.

Die Amsel: Von Zugvögeln und Daheimgebliebenen

Übrigens gehört die Amsel eigentlich  zu den Zugvögeln. Das gilt allerdings hauptsächlich für die nordeuropäischen Vögel. In Mitteleuropa ziehen nur 25 Prozent der Amseln in den Süden, in Städten wie Berlin sind es sogar noch weniger. Irgendwas zu Fressen finden sie nämlich immer. Auch wenn die Kirschen verschwunden sind.

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