Woher der Argusbläuling seinen Namen hat

Argusbläuling
Argusbläuling (Unterseite) Foto: BUND/Dietrich Sommerfeld

Der Argusbläuling gehört zu den Schmetterlingen, die sehr selten geworden sind. Das liegt daran, dass er Lebensräume benötigt, die vielerorts schon verschwunden sind: Magerrasen und Heideflächen, aber auch Moore. Der Falter, der auch als Geißkleebläuling bekannt ist, steht inzwischen in Deutschland auf der Roten Liste der gefährdeten Arten. 2008 war er deshalb Schmetterling des Jahres.

Der Argusbläuling ist klein

Dass er zu den Bläulingen gehört, sieht man dem Argusbläuling an (das gilt zwar für die meisten, aber längst nicht für alle Mitglieder dieser Tagfalter-Familie). Er ist einer der kleineren Vertreter der Familie, seine Flügelspannweite beträgt gerade einmal 20 bis 23 Millimeter.

Die Männchen haben azurblaue Flügel

Die Männchen sind auf der Oberseite azurblau gefärbt und tragen einen dunkelbraun-weißen Flügelsaum, die Weibchen sind auf der Oberseite braun mit orangefarbenen Flecken am Rand der Flügel. Einen weißen Saum haben auch sie. Die Unterseite ist bei beiden Geschlechtern gleich – silbergrau mit schwarzen, weiß umrandeten Flecken und einem orange-schwarz-bläulichen Flügelrand.

Vorliebe für Heidepflanzen und Schmetterlingsblütler

Seinen Namen verdankt der Argusbläuling seinen „Argusaugen“, den Flecken auf den Flügelunterseiten. Unterwegs ist er zwischen Mai und Anfang September, und wer ihn sehen möchte, der sollte nach Heidekraut-Pflanzen und Schmetterlingsblütlern Ausschau halten – ihren Nektar liebt er besonders.

Lebensraum: trocken oder feucht

Interessant ist, dass es bei dem Schmetterling eine Trocken- und eine Feuchtform gibt. Erstere bevorzugt Magerrasen, die andere die Ränder von Mooren. Entsprechend unterschiedlich sind auch die Pflanzen, die die Weibchen für die Eiablage aussuchen: In trockenen Gebieten sind es Schmetterlingsblütler (zum Beispiel der Besenginster), in feuchten Heidepflanzen, die auf trockenen Bereichen wachsen. Die Trockenform bildet oft zwei Generationen aus, die Feuchtform nur eine.

Ameisen als Raupen-Beschützer

Die grünen oder braunen Raupen mit einem breiten dunklen, hell umrandeten Streifen haben eine raffinierten Trick, um sich vor Fressfeinden zu schützen: Sie verbünden sich mit Ameisen. Die fressen sonst eigentlich sehr gerne Schmetterlingsraupen, aber beim Argusbläuling machen sie eine Ausnahme. Mehr noch: Die Ameisen beschützen die Raupen sogar. Zum Dank sondern die Raupen ein zuckerhaltiges Sekret aus, das die Ameisen fressen.

Hilfe für den Argusbläuling

Was den Argusbläuling so selten gemacht hat, ist das Verschwinden seines Lebensraums. Viele Moore werden trockengelegt, und Heide- bzw. Trockenflächen verbuschen und wachsen zu. Hier immerhin können Naturschützer helfen: Sie sorgen dafür, dass nicht zu viele Büsche wachsen und mähen die Flächen regelmäßig oder lassen sie beweiden. An einigen Orten hatten diese Bemühungen Erfolg – neben vielen anderen Tier- und Pflanzenarten tauchte auch der Argusbläuling wieder auf!

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