Aromatherapie: Führung auf den Spuren duftender Pflanzen

Sobald es kalt und grau wird, braucht man sie noch mehr: wohlriechende Düfte, die den Sommer zurückholen. Mit der Aromatherapie gibt es einen ganzen Zweig in der Naturheilkunde. Bei einem Spaziergang durch die Gewächshäuser des Botanischen Gartens Berlin kann man jetzt einige Verursacher herrlicher Düfte kennen lernen.

Aromatherapie mit einheimischen und exotischen Gewächsen

Die Diplom-Biologin Beate Senska zeigt Pflanzen, deren ätherische Öle besondere Wirkung auf die Gesundheit haben. Das müssen gar nicht nur exotische Gewächse sein – viele gedeihen auch im rauen Mitteleuropa, allerdings nicht mehr im November. Zu den besonders duftstarken Pflanzen gehören zum Beispiel Thymian, Rose, Salbei, Anis, Lavendel, Zitronenmelisse, Basilikum, Minze, Latschenkiefer und Fenchel. Die Liste ließe sich noch beliebig fortsetzen.

Betörende Exoten

Natürlich gehören auch Pflanzen aus den Tropen und aus anderen wärmeren Gebieten dazu. Pflanzen, mit denen zum Beispiel Parfumeure arbeiten. Jasmin und Bergamotte, Patschuli (ein Lippenblütler aus den Tropen Asiens), Ylang-Ylang (ein Annonengewächs aus Indonesien mit betörend-sinnlichem Duft, das Foto zeigt die wunderschöne Blüte), Sandelholz (eine Baumart aus Indien), Cistrose, Benzoe (eine asiatische Baumart, deren Harz verwendet wird), Vanille und Nelke, zum Beispiel. Viele Namen sind bekannt – die dazugehörige Pflanze eher nicht. Das macht den Spaziergang durch die Gewächshäuser so spannend. Interessant ist auch, dass die Düfte unterschiedliche Wirkung haben. Einige beruhigen, andere regen an. Sie wirken durch die Nase, in Massageöle eingerührt aber auch über die Haut und können so zum Beispiel die Atemwege befreien, Verkrampfungen lösen und die Verdauung unterstützen (einige kann man auch innerlich anwenden). Auch bei seelischen Verstimmungen sind sie eine wertvolle Hilfe.

Wie die Düfte gewonnen werden

Die Aromatherapie arbeitet mit den ätherischen Ölen der Pflanzen, die unterschiedliche Wirkung haben. Früher hat man viele der duftenden Gewächse auch als Räucherwerk genutzt und die Öle auf diese Weise freigesetzt (daher kommt übrigens der Name Parfum, der auch per fumum – durch Rauch -, entstand). Verbreitete Methode, die ätherischen Öle zu gewinnen, ist die Wasserdampf-Destillation, bei der die Aromen herausgelöst werden. Einige Öle werden durch Kaltpressung gewonnen (z.B. Zitrus-Öle), andere durch die sogenannte Extraktion, bei der die Pflanzen in ein Lösungsmittel eingelegt werden, das die löslichen Stoffe entzieht. Der wachsartige Rest wird destilliert und heißt dann Absolue.

Kostbare Öle für die Gesundheit

Wer ätherische Öle einsetzen möchte, der sollte darauf achten, sie nicht unverdünnt zu verwenden, um Hautreizungen zu vermeiden (man kann sie z.B. mit Weingeist verdünnen). Die meisten Öle, die man in Geschäften bekommt, sind synthetisch oder halbsynthetisch hergestellt. Natürliche Öle bekommt man zum Beispiel im Biomarkt. Allerdings können sie sehr teuer sein, weil die Herstellung bei einigen Ölen extrem aufwändig ist. Iris-Öl zum Beispiel ist extrem kostbar. Aus 10.000 geschälten und getrockneten Iriswurzeln wird ein Kilogramm Irisbutter gewonnen und daraus durch ein spezielles Abkühlungsverfahren das ätherische Öl gewonnen. Ein Milliliter 95prozentigen Öls kann schon mal 170 Euro kosten! Damit ist es allerdings auch ein Spitzenreiter, Öle wie Lavendel oder Latschenkiefer gibt es auch in Bioqualität für weniger als zehn Euro. Wer Öle ausprobieren möchte, findet in einigen Biomärkten Test-Regale. Düfte sind schließlich eine sehr persönliche Sache.

Aromatherapie für zuhause

Ein bisschen Aromatherapie kann man aber übrigens auch ohne diese Öle machen. Lavendel zum Beispiel verströmt seinen Duft auch ohne Extraktionsverfahren, man kann die getrockneten Blüten einfach in ein Duftsäckchen legen. Eine weitere Methode: Lavendelblüten in Öl (zum Beispiel ein mildes Oliven- oder Mandelöl, einfach die Nase entscheiden lassen) einlegen und in eine Flasche füllen. Das Öl wirkt sanft gegen Nervosität und hilft beim Einschlafen.

Termin: 12. November (Mittwoch), 14 Uhr, Botanischer Garten Berlin, Eingang Königin-Luise-Platz. Teilnahme 5 Euro plus Garteneintritt 3 Euro

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