Der Aufrechte Ziest und die Wildbienen

Aufrechter Ziest
Aufrechter Ziest

Der Aufrechte Ziest gehört zu den Pflanzen, an denen man oft einfach vorbeigeht – er fällt vielen auf den ersten Blick gar nicht auf. Dabei ist er eine wahre Schönheit. Allzu häufig ist er aber leider nicht.

Aufrechter Ziest ähnelt einer Orchidee

Wer den Aufrechten Ziest (Stachys recta), der auch als Heide- oder Berg-Ziest bekannt ist, zum ersten Mal sieht, könnte ihn wegen seiner prächtigen Blüten für eine Orchidee halten. Aber die Pflanze gehört zur Familie der Lippenblütler und ist deshalb verwandt mit Lavendel, Taubnessel und dem Hohlzahn.

Wärmeliebhaber am Wegrand

Etwa 40 Zentimeter hoch wird der Ziest, der zwischen Juni und Oktober blüht. Er kommt in ganz Europa vor, hauptsächlich dort, wo es warm ist. Er wächst an Wegrändern, neben Äckern und auf Halbtrocken- und Trockenrasenflächen und bevorzugt kalhaltige Böden. In Brandenburg wächst er unter anderem im Naturschutzgebiet Dolgensee-Ragollinsee bei Templin. Das Foto ist bei einem Ausflug ins Unstruttal entstanden.

Wildbienen lieben die Blüten

Der Aufrechte Ziest trägt ovale Laubblätter, die direkt am Stängel sitzen und einen leicht gekerbten Rand haben. Die Blüten bilden die Spitze der Pflanze. Sie sind weiß oder hellgelb mit einem violetten Fleck und mit ihrer langen Lippe so auffällig, dass man sich wundert, warum man trotzdem an dem Gewächs vorbeilaufen konnte. Bestäubt werden die Blüten hauptsächlich von Wildbienen, die vom reichen Nektar und den Pollen angelockt werden.

Tiere verbreiten die Samen

Nach der Blüte bilden sich in rundlichen, braunen Klausenfrüchten die Samen, die von Tieren verbreitet werden. So sorgt die Pflanze dafür, dass ihre Art auch neue Standorte besiedeln kann.

Gladiatoren und Ziest

Unseren Vorfahren war der Aufrechte Ziest als Heilpflanze bekannt. Man nutzte ihn, um Hieb- und Stichwunden zu versorgen. Es heißt, dass Gladiatoren im Römischen Reich Teile des Aufrechten Ziests als Amulett am Körper trugen, um sich im Kampf vor Verletzungen zu schützen.

Schutz vor dem Bösen

In manchen Gegenden Osteuropas werden noch heute Kinder mit einem Sud aus der Pflanze gebadet, um sie gegen Krankheiten und den Einfluss des Bösen zu schützen.

Tinkturen und Aufgüsse

Verwenden kann man alle Teile von der Wurzel bis zu den Blüten. Meist werden frische Pflanzenteile verwendet, um daraus Tinkturen und Aufgüsse herzustellen. Man kann damit Verbände tränken und Wunden reinigen.

Heilwirkung gegen Entzündungen

Die Pflanze enthält Gerb- und Schleimstoffe, Flavonoide und ätherische Öle, die Inhaltsstoffe wirken entzündungshemmend, sie regen die Durchblutung an und beruhigen die Nerven. Deshalb wird der Aufrechte Ziest auch gegen psychische Störungen eingesetzt. Auch gegen Akne, Pickel und Schuppen soll der Pflanzensud helfen.

Aufrechter Ziest im Garten

Weil Wildbienen so auf ihn fliegen, ist der Aufrechte Ziest eine sehr gute Pflanze für den naturnahen Garten. Samen bekommt man in guten Gartencentern und online, z. B. beim Hof Berggarten.

Anzeige:


One thought on “Der Aufrechte Ziest und die Wildbienen”

  1. Guten Abend Frau Böttcher
    Ich selber habe im Frühjahr Wollziest gesät, der vermutlich erst nächstes Jahr blüht, das wäre bei einigen mehrjährigen Pflanzen normal, die deswegen auch im Herbst gesät werden können oder sich selber aussähen. Vermutlich werden sich meine Wildbienen auch über diesen Ziest freuen, der hoffentlich so schön wie auf vielen Bildern im Web ist.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Copyright © 2012-2018 Silke Böttcher · Wildes Berlin · All Rights Reserved