Aufrechtes Fingerkraut: Sonnenanbeterin mit Heilwirkung

Aufrechtes Fingerkraut
Aufrechtes Fingerkraut Foto: Carsten E. Böttcher

Die Blüten des Aufrechten Fingerkrauts sind von einem so zarten Gelb, dass man die Pflanze beinahe übersehen könnte. Dabei wird sie bis zu 40 Zentimeter hoch. In Berlin ist sie eher selten, aber mit etwas Glück kann man sie sehen – zum Beispiel im Forst Düppel.

Aufrechtes Fingerkraut: Blütenblätter in Herzform

Wenn man sich die Blüten so ansieht, dann fällt auf, dass die einzelnen der fünf Blütenblätter herzförmig sind – auf dem Foto ist das gut zu sehen. Die Außenkelchblätter dahinter sind während der Blütezeit unauffällig klein, später aber dehnen sie sich auf mehr als einen Zentimeter Länge aus und bilden dann einen grünen Stern um den Fruchtstand, der ein bisschen aussieht wie eine gelbe Walderdbeere.

Verwandt mit der Erdbeere

Spätestens dann erkennt man die Familie, zu der das Aufrechte Fingerkraut gehört: Sie ist ein Rosengewächs – genauso wie die besagte Walderdbeere, wie Brombeere und Himbeere und, natürlich, das Gänsefingerkraut.

Eindrucksvoll sind die Blätter des Aufrechten Fingerkrautes. Sie sind gefingert (was den Namen der Pflanze erklärt) und stark gesägt.

Hübsche Sonnenanbeterin

Bevorzugter Standort der sonne-liebenden Pflanze sind Magerrasen, Heidegebiete und Wiesen. Auch an Wegrändern, auf Bahndämmen und in Kiesgruben kann man sie sehen.

Die Blütezeit des Aufrechten Fingerkrauts ist zwischen Mai und September, und anschließend bilden sich die Nüsschen-Früchte, die mit dem Wind oder am Fell von Tieren verbreitet werden.

Aufrechtes Fingerkraut als Heilpflanze

Übrigens war die Pflanze mit dem botanischen Namen Potentilla recta L. (nicht zu verwechseln mit Potentilla erecta, der Blutwurz) schon in uralten Zeiten bekannt. Grund ist ihre Heilwirkung. Hauptsächlich der Wurzelstock, im Frühjahr gesammelt und getrocknet, wird verwendet (Tee gegen Durchfall, Mundspülung gegen Wunden). Aber auch die zerquetschten Blätter kommen zum Einsatz – als Brei-Umschlag gegen schwer heilende Wunden.

Die in der Pflanze enthaltenen Gerbstoffe, Flavonoide, Fettsäuren und Triterpene wirken entzündungshemmend, antioxidativ und blutstillend. Allerdings ist die Wirkung des Aufrechten Fingerkrautes weniger kräftig als die ihrer Fingerkraut-Verwandten.

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