Die Nacht der ausgestorbenen Tiere

Tyrannosaurus rex "Tristan Otto"
Tyrannosaurus rex "Tristan Otto"

Es gibt Tiere, die Sie niemals sehen werden. Weil es sie nicht mehr gibt. An sie erinnert morgen die Nacht der ausgestorbenen Tiere im Baumhaus Berlin-Wedding. Es ist eine Veranstaltung im Rahmen des internationalen „Remembrance Day for Lost Species“.

Ausgestorbene Tiere: Mit dem Dinosaurier fing es an

Natürlich gehören Dinosaurier zu den Arten, die verschwunden sind (das Bild zeigt das Skelett des Tyrannosaurus rex „Tristan Otto“ im Museum für Naturkunde). Aber bei vielen ausgestorbenen Tierarten trägt der Mensch die Schuld: Er hat sie ausgerottet. Und das macht den Termin so spannend, denn für einen Abend werden sie wieder zum Leben erweckt.

Legendärer Dodo

Zu den Berühmtheiten gehört der Dodo (Raphus cucullatus), ein flugunfähiger Vogel mit etwa einem Meter Körperlänge,. Blaugrauem Gefieder und einem langen, gebogenen Schnabel. Der Vogel, der u.a. auf der Insel La Réunion lebte, ist schon 1690 ausgestorben. Der Grund waren vermutlich eingeschleppte Ratten, die die Nester der bodenbrütenden Dodos zerstörten. Und die Menschen trugen auch aktiv dazu bei, indem sie die Vögel fingen und als lebende Nahrung für Seefahrten verwendeten.

Vom Beutelwolf bis zum Waldelefanten

Weitere ausgestorbene Tierarten sind der australische Beutelwolf (er verschwand um 1936), der nordafrikanische Waldelefant (wurde im Jahr 100 ausgerottet) und der Quagga (ein Zebra, verschwand 1877). Auf der Internetseite www.ausgestorbene-tiere.de gibt es eine Artenliste, die erschreckend lang ist.

Gedichte und Kunst im Baumhaus Wedding

Bei der Veranstaltung im Baumhaus Wedding wird das Thema künstlerisch behandelt. Autoren und Künstler erinnern in Gedichten und anderen Werken an die ausgestorbenen Tierarten. So trägt der Dichter Mikael Vogel Gedichte aus seinem entstehenden Buch „Dodos auf der Flucht“ vor. Stephan Hüsch zeigt unter dem Titel „Dead as a Dodo“ (Tot wie ein Dodo) Sperrholz-Skulpturen – Teile einstiger Lebewesen, die so angeordnet sind, dass man das gesamte Tier nur ahnen kann.

Wandertaube und Einhorn

ATAK allias Georg Barber stellt die Zeichnung „Martha, die letzte Wandertaube“ vor, die Illustratorin Julia Beutling, die auch schon Einhörner zum Leben erweckt hat, zeichnet „Losing Species“, Jenni Ottilie Keppler erschafft zarte Wasserwesen, der Zeichner und Maler Brian R. Williams hält ausgestorbene Vögel wie den Riesenalk fest und Sam Muirhead gestaltet Videos und Animationen.

Gemeinsam erinnern die in Berlin lebenden Künstler an die Tiere, die von unserem Planeten verschwunden sind. Ein Abend zum Nachdenken.

Nacht der Ausgestorbenen Tiere – Infos

  • Termin: 30. November, 19-22 Uhr
  • Ort: Baumhaus Wedding, Gerichtstr. 23
  • Anfahrt: S+U Wedding (S41, S42, S8, U6, Bus 247)
  • Eintritt: frei, Spenden erbeten
  • Anmeldung auf der Facebookseite der Veranstaltung oder beim Baumhaus Berlin erbeten

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