Bachnelkenwurz auf der Feuchtwiese

Bachnelkenwurz
Bachnelkenwurz Foto: Silke Böttcher

Für die Bachnelkenwurz haben sich die Menschen viele originelle Spitznamen einfallen lassen. Blutströpfchen haben sie sie genannt, Herrgottsbrot, Bachbenedikt und wegen der Form ihres Fruchtstandes auch Kaminfegerchen. Allzu häufig ist die Pflanze, die feuchte Untergründe liebt, nicht.

Die Blütezeit der Bachnelkenwurz

Bis zu 45 Zentimeter wird die Bachnelkenwurz hoch und ist trotz ihrer Größe auf den ersten Blick ziemlich unauffällig. Ihre Blätter sind gelappt und gezähnt – sie haben ein bisschen Ähnlichkeit mit denen von Brom- oder Himbeeren (tatsächlich gehören alle drei zur Familie der Rosengewächse). Das Eindrucksvollste an der Bachnelkenwurz aber sind die lachsfarbenen Glockenblüten, die von braunroten Kelchblättern umgeben sind und zwischen April und Juli erscheinen.

Nasse Wiesen und Auwälder

So ganz stimmt der offizielle Name übrigens nicht. Die Bachnelkenwurz steht nicht ausschließlich an Bachufern. Das Foto zum Beispiel ist auf einer feuchten Wiese entstanden, man kann die Pflanze aber auch in Auwäldern sehen. Nasse Füße jedenfalls machen ihr nichts aus.

Hummeln als Nektar-„Diebe“

Um die Bestäubung kümmern sich Erdhummeln, aber auch Bienen und Schwebfliegen. Die Hummeln allerdings mogeln manchmal ein bisschen, denn sie beißen die Blüten gerne auf und klauen den Nektar, ohne Pollen mitzunehmen.

Früchte in Igelform

Nach der Blüte bildet die Pflanze sogenannte Nussfrüchte, die das jetzt aufrecht stehende Blütenköpfchen aussehen lassen wie einen Igel (auf dem Foto kann man das bei der Blüte hinten links ein bisschen sehen).  Bis zu 80 solcher Früchte stecken in einer einzigen Blüte, sie können mehr als einen Zentimeter lang werden.

Widerhaken für die Verbreitung

Die Natur hat sich dabei etwas gedacht: Die Früchte haben kleine Haken (wie bei der Klette) und bleiben damit am Fell von Tieren hängen. Auf diese Weise lassen sie sich weit forttragen und sichern so die Verbreitung der Pflanze.

Was die Pflanze mit Nelken zu tun hat

Das Wort „Nelke“ steckt übrigens nicht zufällig im Namen der Bachnelkenwurz. Zwar gehört sie zur Familie der Rosengewächse und nicht zu den Nelkengewächsen, aber die Wurzel verströmt einen gewürznelkenartigen Duft. Den verdankt die Pflanze dem Eugenol, das auch in Basilikum, Muskatnuss und Piment steckt.

Heilpflanze gegen Magen-Darm-Erkrankungen

Wie auch die mit ihr verwandte Echte Nelkenwurz wird die Bachnelkenwurz in der Naturheilkunde genutzt, allerdings ist ihr Gehalt an Gerbstoffen und Eugenol deutlich geringer. Hauptsächlich die Wurzel wird verwendet, sie wirkt antibakteriell, entzündungshemmend, schweißtreibend und zusammenziehend und hilft zum Beispiel gegen Magen-Darm-Erkrankungen und Infekte.

Küchengewürz und Mundwasser

Schon der Naturkundler Plinius der Ältere beschrieb die Bachnelkenwurz als Mittel gegen Durchfall und Fieber. Früher hat man den Wurzelstock auch gerne in der Küche als Nelkenersatz und zum Aromatisieren von Likören verwendet. Auch als Zutat für Mundwasser wurde (und wird) er genutzt.

Bachnelkenwurz als Pflanze des Jahres 2007

2007 wurde die Bachnelkenwurz zur Pflanze des Jahres 2007 gekürt. Sie stand stellvertretend für (extensiv bewirtschaftete) Feuchtgebiete und sollte auf die Schutzwürdigkeit dieser gefährdeten Flächen aufmerksam machen.

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