Begegnung mit dem Hanghuhn

Haben Sie schon mal was vom Hanghuhn gehört? Es gibt nicht viele Menschen, die schon mal einem begegnet sind – die Hühnerart ist nämlich wirklich selten. Erkennen kann man das Hanghuhn (Gallus gallus conatus) daran, dass es ein langes und ein kurzes Bein hat (siehe Foto). So ist es perfekt an seinen Lebensraum – Dämme und steile Berghänge – angepasst.

Die Beine des Hanghuhns

Es gibt Nord- und Südhanghühner (manche sagen auch links- oder rechtsdrehende Hanghühner dazu), und sie bewegen sich so sicher an den Hängen wie ihre gleichbeinigen Verwandten auf der ebenen Fläche. Je nach Hanglage ist das linke oder das rechte Bein länger, das andere kürzer – das Hanghuhn kann so ganz gerade am Hang stehen, ohne das Gleichgewicht zu verlieren.

Von Eisenbahnern gezüchtet

Seine Existenz verdankt das Hanghuhn vermutlich Eisenbahnern, die an den Bahndämmen Hühner züchteten. Ihnen fiel die Schieflage der gewöhnlichen Haushühner an den Dämmen auf – immer wieder stürzten Tiere ab und landeten unter einfahrenden Zügen. So entstand die Züchtung des Hanghuhns mit den unterschiedlich langen Beinen.

Vorliebe für Berge

Die seltene Hühnerrasse bevorzugt kleine Berge, besonders während der Brutzeit. Wenn sich das Hanghuhn bei der Nahrungssuche vom Nest entfernt, hätte es nämlich später Schwierigkeiten, zurückzukommen – denn nach dem Umkehren wäre das längere Bein ja nicht mehr unten, sondern oben am Hang, was zur kompletten Schieflage und dem Absturz führen würde. Deshalb ist ein Berg ideal: Das Huhn umrundet ihn einmal und kommt irgendwann wieder an seinem Nest an.

Warum das Hanghuhn so selten ist

Andererseits wird dem Hanghuhn diese Eigenart auch immer wieder zum Verhängnis. Denn Fressfeinde beobachten einfach, in welche Richtung der Vogel läuft, und warten dann seelenruhig, bis er wieder vor ihnen auftaucht.

Zwei Dinge über das Hanghuhn sind übrigens noch nicht ergründet: wie es ihm gelingt, seine gelegten Eier in der Schräglage des Hanges zu halten – und ob seine Flügel, wie die Beine, unterschiedlich lang sind. Damit es am Hang  nicht nur gerade stehen, sondern auch gerade abheben kann. In dem Sinne: Einen schönen 1. April!

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