Begegnung mit dem Taubenkropf-Leimkraut

Taubenkropf-Leimkraut Foto: Silke Böttcher
Taubenkropf-Leimkraut Foto: Silke Böttcher

Das Auffälligste am Taubenkropf-Leimkraut sind die ungewöhnlich geformten Blüten. Sie sehen ein bisschen wie Mini-Luftballons aus (was erklärt, warum die Pflanze auch Aufgeblasenes Leimkraut genannt wird). Ihre Blütezeit, die von Mai bis September reicht, ist inzwischen fast vorbei, aber gelegentlich kann man sie auch in Berlin noch sehen.

Taubenkropf-Leimkraut: anspruchslose Schönheit

Das Taubenkopf-Leimkraut liebt trockene Böden und Sonne. Große Ansprüche hat es nicht an seine Umgebung – ich habe es schon direkt an Straßenrändern gesehen. Und auch dort, wo gerade Parks und andere Landschaften entstehen, siedelt es sich schnell an. Es wird ungefähr kniehoch und hat schmale, spitz zulaufende Blätter. Die Blüten erinnern auf den ersten Blick an die der Weißen Lichtnelke, was kein Wunder ist, denn beide gehören zur Familie der Nelkengewächse und der Gattung Leimkräuter (auch als Silene) bekannt. Die ballonartige Kelchröhre mit ihrem oft rosafarbenen Netzmuster allerdings trägt nur das Taubenkropf-Leimkraut (das seinen Namen übrigens seiner Ähnlichkeit mit einem Taubenkropf verdankt).

Beliebt bei Schmetterlingen

Seine (besonders nachts) stark duftenden Blüten locken vor allem Schmetterlinge an, deren Rüssel lang genug sind, um an den tief sitzenden Nektar heranzukommen. Für Hummeln zum Beispiel wäre er unerreichbar, aber sie ist trickreich: Sie beißt einfach das Ende der Blüte auf und klaut sich den Nektar, ohne die Blüte zu bestäuben. Das überlässt sie den schon erwähnten Schmetterlingen.

Nach der Bestäubung wachsen in den kugeligen Fruchtkapseln die Samen heran. Sobald sie reif sind, springen die Kapseln auf und entlassen ihre wertvolle Fracht, die leicht genug ist, um mit dem Wind in alle Richtungen getrieben zu werden.

Taubenkropf-Leimkraut als Heil- und Küchenpflanze

Übrigens ist das Taubenkropf-Leimkraut auch eine gute Heil- und Nutzpflanze. Sie hilft gegen Augenentzündungen, regt den Stoffwechsel an. Auch bei Diabetes Typ 2 kann man sie einsetzen. Die anspruchslose Pflanze, die auch wunderbar in Wildgärten passt, kann auch als Salat-Zutat verwendet werden (junge Triebe, vor der Blüte pflücken). Der Geschmack erinnert ein bisschen an Lakritz. Früher hat man das Taubenkropf-Leimkraut noch anderweitig genutzt: Man hat aus seinen Wurzeln (ähnlich wie beim Seifenkraut) Seifenlauge hergestellt.

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