Begegnung mit einem Geistchen

Schlehen-Geistchen Foto: Carsten Böttcher
Schlehen-Geistchen Foto: Carsten Böttcher

Wer nicht an Geister glaubt, der wird jetzt staunen. Es gibt sie nämlich. Gruselig sind sie allerdings nicht, eher zart wie eine Feder. Geistchen nennt man die kleinen Schmetterlinge, die zur Familie der Federmotten gehören. Auf dem Foto sieht man ein Schlehen-Geistchen.  Und der Name passt perfekt. Finde ich. In der Berliner Natur habe ich es noch nicht gesehen, aber in einem lichten Nadelwald in Brandenburg ist mir eines begegnet. Und ich war entzückt.

Das Geistchen – ein federzarter Schmetterling

Das Geschöpfchen kletterte auf einem Natternkopf herum (die Pflanze wird auch gelegentlich Thema dieses Blogs sein) und ließ sich vom Fotografen nicht weiter stören. Zum Glück. Denn es ist so zart, dass man es kaum wiederentdecken würde, wenn es ein Stück wegfliegen würde. Das Geistchen auf dem Foto wird auch Schlehen-Geistchen genannt, mit Schlehen hat es allerdings nicht mehr zu tun als mit anderen Pflanzen. Es hat eine Flügelspannweite von ungefähr zweieinhalb Zentimetern und Flügel, die ein bisschen ausgefranst aussehen – wie Federn eben. Auffällig sind die extrem langen, gespornten  Hinterbeine des Schmetterlings.

Schlehdorn und Rose als Kinderstube

Das Schlehen-Geistchen hat eine enge Beziehung zu Pflanzen wie der Zaunwinde, der Ackerwinde, dem Schlehdorn und Rosen. Diese Pflanzen bevorzugt es für die Eiablage. Die Eier werden unter junge Blätter geklebt und wenn die Raupen geschlüpft sind, machen sie sich sofort daran, ihre Kinderstube aufzufressen. Einige der Raupen verpuppen sich im Sommer, andere überwintern erst und verschieben die Verpuppung auf das kommende Frühjahr.

Das Geistchen: Unterwegs auf ungemähten Wiesen

Sehen kann man die nicht seltenen Geistchen auf ungemähten Wiesen, Feldern, Gärten und buschigem Gelände, die größten Chancen hat man zwischen Mai und September. Unterwegs sind sie – wie sollte es anders sein: zur Geisterstunde. Die Falter sind nämlich dämmerungs- und nachtaktiv.

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