Begegnung mit einem Landkärtchen

Landkärtchen Foto: Silke Böttcher
Landkärtchen Foto: Silke Böttcher

Warum dieser Schmetterling „Landkärtchen“ heißt, das verrät er erst auf den zweiten Blick. Oder genauer, wenn er seine Flügel zusammenklappt. Seine Flügelunterseite sieht nämlich aus wie ein Stadtplan mit Straßen und sich überkreuzenden Wegen. In Berlin und Brandenburg kann man dem  Landkärtchen begegnen – allzu häufig aber ist es nicht.

Landkärtchen in braun und schwarz

Von oben sieht der Schmetterling ein bisschen aus wie der Kleine Fuchs, auch wenn die rostbraun-schwarz-weißen Flecken anders sortiert sind. Was das Landkärtchen so ungewöhnlich macht, ist die Tatsache, dass es von Generation zu Generation die Farbe wechselt. Im Frühjahr sieht es aus wie auf dem Foto, die Sommergeneration dagegen ist schwarz mit einigen orangefarbenen und weißen Punkten. Sie unterscheiden sich so sehr, dass man sie eigentlich für unterschiedliche Schmetterlings-Arten halten müsste. Diese besondere Eigenschaft, die mit der Dauer der Tageshellligkeit zusammenhängt, gibt es nur beim Landkärtchen, und das verschaffte ihm 2007 die Wahl zum Schmetterling des Jahres (wenn wir schon mal dabei sind: in diesem Jahr ist das der Wolfsmilchschwärmer).

Vorliebe für feuchte Wälder – und für Brennesseln

Die Landkärtchen der Frühjahrsgeneration schlüpfen ungefähr jetzt, und dann sind sie am ehesten unterwegs in feuchten Wäldern, Parks und an Waldrändern und suchen nach Nektar, zum Beispiel an Schlehen oder Weißdornsträuchern. Die Sommergeneration bevorzugt Pflanzen wie die Wilde Möhre. Nach der Paarung legen die Weibchen Türmchen mit maximal zehn grünen Eiern an Brennesseln ab.

Hilfe für Landkärtchen-Larven

Die daraus schlüpfenden Raupen sind schwarz und ernähren sich von den Brennesselblättern. Wer also gerne Landkärtchen in seinem Garten hat, der sollte einfach an einem schattigen Plätzchen, nicht allzu entfernt von Nektarpflanzen, Brennesseln stehen lassen. Die locken dann gleich mehrere Schmetterlingsarten an.

 

 

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