Begegnung mit Reineke Fuchs

Wenn Sie in den nächsten Tagen in Berlin einen Fuchs sehen, dann wundern Sie sich nicht. Denn jetzt beginnt die Paarungszeit der Tiere, bei den Füchsen Ranzzeit genannt, – und sie sind besonders aktiv. Und das manchmal auch mitten in der Stadt, außerhalb ihrer normalen Reviere in den Berliner Wäldern. Oft kann man sie schon hören, bevor man sie sieht:  Ihr heiseres Bellen ist nämlich ziemlich laut. Und sie bellen nur zur Ranzzeit so.

Der Fuchs im Stadtgebiet

In Berlin sind Füchse nicht selten. Zwar bleiben sie lieber im Wald, aber die klugen Wildhunde wissen ganz genau, wo man leicht an Futter herankommt. Komposthaufen sind sehr verlockend für sie, Essensreste genauso. Und weil es zwischen Häusern oft auch reichlich Mäuse gibt, bleiben sie schon mal länger als geplant – und man kann sie sehen. Nachts streifen sie manchmal durch Parks oder über Friedhöfe, die beliebte Rückzugsflächen für Stadtfüchse sind.

Kein Wunder, dass mancher Rotfuchs gleich sein ganzes Leben in Berlin verbringt und dort ein eigene Reviere hat. Sogar im Schlosspark Charlottenburg habe ich schon mal einen gesehen. Die  Tiere haben sich ähnlich wie die Krähen oder Elstern an die Nähe des Menschen gewöhnt.  Und nicht nur das – sie übernehmen sogar ganz menschliche Gewohnheiten! Es heißt nämlich, dass Füchse, die in der Lage sind, „süß“ zu schmecken, eine Vorliebe für Schokoladenkekse haben… Ob die den Tieren allerdings wirklich gut tun, ist eine andere Frage.

Bitte nicht streicheln!

Auch wenn sie nicht sonderlich ängstlich wirken, sollte man nicht vergessen, dass Füchse wilde Tiere sind, die man auf keinen Fall streicheln sollte. Halbzahm gewordene Füchse können nämlich zur Plage werden und müssen dann oft getötet werden. Also lieber nur beobachten, den Tieren genug Raum zur Flucht lassen und freuen, dass die Großstadt eigentlich gar nicht so anders ist als das Land.

Wenn der Fuchs tanzt

Im Winter sieht  man manchmal Füchse, die einen kleinen „Tanz“ aufführen. Das ist kein Übermut und hat auch nichts mit der Paarung zu tun – sie scheuchen damit Tiere unter dem Schnee auf und tauchen kopfüber in den Schnee, um ihre Beute zu fangen. Ein Video bei YouTube zeigt dieses Verhalten (mein Tipp: ohne Ton ansehen).

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