Woher der Beinwell seinen Namen hat

Beinwell Pflanze Blüte
Beinwell Foto: Silke Böttcher

Manche Pflanzen tragen ihre Heilkraft schon im Namen – der Beinwell ist eine davon. Das Gewächs hilft gegen Verstauchungen, Muskelverletzungen, Prellungen, Arthrose, bei der Wundheilung und es fördert sogar das Zusammenwachsen gebrochener Knochen (übrigens nicht nur an den Beinen). Und auch sonst hat der Beinwell erstaunliche Fähigkeiten.

Der Beinwell hat weiße oder lilafarbene Blüten

Erkennen kann man den Beinwell leicht. Er wird ungefähr 50 Zentimeter hoch, die Blätter sind länglich, etwas zerfurcht und behaart und auch der Stängel hat Haare, die rechtwinklig abstehen. Das Auffälligste sind die glockenförmigen Blüten in weiß oder lila, die kleine Trauben bilden. Bestäubt werden sie von langrüsseligen Insekten wie zum Beispiel Hummeln. Die Blütezeit ist von Mai bis Juli. Danach bilden sich die schwarzen Früchte, die von Ameisen verbreitet werden.

Vorliebe für feuchte Böden

Beinwell (der Wort-Teil „well“ stammt übrigens von „wallen“, was „verheilen“ bedeutet) wächst dort, wo der Boden feucht ist, zum Beispiel neben Wasserläufen, aber auch an Waldrändern. Im Garten fühlt er sich aber auch wohl – und er wächst erstaunlich schnell.

Wer ihn anpflanzen will, sollte eine halbschattige bis sonnige Stelle auswählen. Man kann ihn vermehren, indem man eine Wurzel in etwa daumengroße Stücke schneidet und dann in den Boden setzt. Allerdings sollte man bedenken, dass sich die Pflanze sehr schnell ausbreitet.

Allantoin regt den Zellaufbau an

Schon im Mittelalter waren die Heilkräfte des Beinwells bekannt. Sogar der botanische Name sagt, was die Pflanze kann: „Symphytum“ bedeutet „zusammenwachsen“. Und tatsächlich fördert Beinwell, der zu den Borretsch- oder Raublattgewächsen gehört, das Zusammenwachsen gebrochener Knochen. Das liegt vor allem am Allantoin, das in der Pflanze enthalten ist und den Zellaufbau anregt und beschleunigt, aber auch an den Gerb- und Schleimstoffen und den ätherischen Ölen.

Viele Salben enthalten Beinwell

Beinwell findet sich deshalb in vielen Salben und Cremes gegen Prellungen, Verstauchungen und andere Verletzungen, man bekommt sie in der Apotheke. Meist werden die Wurzeln verwendet, man kann aber auch die Blätter zerkleinern und den Brei dann auf die kranke Körperstelle auflegen (bei offenen Wunden nicht anwenden). Weil Beinwell Pyrrolizidinalkaloide enthält, die als leberschädigend und krebserregend gelten, sollte man auf die innerliche Anwendung (z.B. als Tee) verzichten.

Übrigens gibt es etwa 40 Beinwell-Arten, zu den bekanntesten in Deutschland vorkommenden gehören der Echte und der Knoten-Beinwell. Auch eine Kreuzung ist darunter: Der Futter-Beinwell entstand aus dem Echten und dem Rauen Beinwell.

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