Bunter Wintergast: der Bergfink

Bergfink
Bergfink

Der Bergfink gehört zu den Singvögeln, die aus dem hohen Norden kommen. Im Winter, wenn es in Skandinavien zu kalt wird, zieht es ihn ins mildere Mitteleuropa – und mit etwas Glück kann man ihn dann sogar in Berlin sehen. Bei der Stunde der Wintervögel 2017 landete er auf Platz 24, noch vor Rabenkrähe und Kormoran.

Der Bergfink verändert seine Farbe

Mit seinem Verwandten, dem Buchfink, hat er große Ähnlichkeit, aber man kann ihn gut durch die orangerote Brust- und Schulterpartie unterscheiden. Sein Gefieder ist im Winter dunkel gefleckt, und zum Ende des Winters hin hat er außerdem blauschwarze und rotbraune Stellen an den Federn. Erstaunlicherweise entstehen diese Farben im Laufe der Monate durch Abrieb – kurz nach der Mauser im Herbst sind die männlichenTiere bräunlich, später kommen die Farben durch. Was die Menschen früher glauben ließ, dass der Vogel ein neues Kleid angelegt hat.

Riesige Schwärme

Etwa 15 Zentimeter groß wird der Wintergast, den man zwischen Oktober und April auf abgeernteten Feldern beobachten kann. Und zwar manchmal in großer Zahl: Gelegentlich bildet er riesige Schwärme aus einigen Millionen Tieren. In Süddeutschland wurde schon beobachtet, dass sich so viele Bergfinken auf einem Ast niederließen, dass er abbrach!

Vorliebe für Bucheckern

Lieblingsnahrung im Winter sind Bucheckern (weshalb er auch in Buchenwäldern auftaucht), er frisst aber auch Nüsse, Samen und Getreide. Und er besucht gerne auch Futterhäuschen im Garten.

Der Vogel steht auf der Roten Liste der gefährdeten Arten

Häufig ist der Bergfink nicht (in Deutschland steht er auf der Roten Liste der gefährdeten Arten), aber in Berlin wurden bei der jüngsten Stunde der Wintervögel 56 Prozent mehr Tiere als im Vorjahr gezählt. Insgesamt lag die Zahl im Januar 2017 bei 517, bundesweit wurden knapp 13000 Tiere gezählt.

Ein Vagabund, der lange gejagt wurde

In der Pfalz wird der Bergfink (Fringilla montifringilla) auch Böhämmer genannt. Das Wort wurde von „Beheimer“ abgeleitet und bedeutet soviel wie Vagabund – eine Bezeichnung, die auf den ausgeprägten Zugvogel wunderbar passt. Allerdings hatten die Menschen in der südlichen Pfalz früher die unlöbliche Eigenart, mit Blasrohren und Tonkugeln auf Bergfinkjagd zu gehen. Die Tiere waren leichte Beute, denn sie sitzen gern nebeneinander auf Zweigen – und wenn einer vom Baum geschossen wurde, rückten sie wieder zusammen. Seit 1908 aber ist die Vogeljagd zum Glück verboten.

Bergfink bei der Stunde der Wintervögel 2018

Bei der Stunde der Wintervögel 2018, die vom 5. bis 7. Januar stattfindet, sollte man mal auf den bunten Gast achten. Und auch wenn man ihn außerhalb der großen Zählstunde entdeckt, kann man die Beobachtung melden: beim Nabu-Naturgucker.

Weitere Wintergäste:

Seidenschwanz

Singschwan


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