Berliner Bär im Kleinformat

Dass Bären echte Berliner sind, ist ja nicht neu. Im Zoo und im Bärengehege in Mitte kann man sie jeden Tag sehen. Aber es gibt sogar Bären, die einfach so in der Stadt herumlaufen. Keine Panik, es ist eine kleinere Variante: der Waschbär. Er ist ungefähr kniehoch, ziemlich frech und noch dazu sehr schlau, und so ist es ihm gelungen, in der Hauptstadt genauso gut zu leben wie in der Natur. Zu fressen finden sie jedenfalls genug im wilden Berlin.

Waschbären auf dem Alexanderplatz

Etwa 400 Waschbärenfamilien gibt es in Berlin, einige wurden sogar schon auf dem Alexanderplatz gesehen! Und weil sie so niedlich sind, bekommen sie immer wieder Leckereien zugesteckt, was Berlin zum Schlaraffenland für die Waschbären macht.  So mancher sucht sich eine Wohnung auf dem Dachboden ahnungsloser Berliner und richtet dort ein ziemliches Chaos an – und spätestens dann wird klar, warum der Senat das Füttern der Tiere verboten hat. Das bequeme Leben sorgt nämlich dafür, dass sich die kleinen Bären mit der schwarzen Gesichtsmaske stark vermehren.

Einwanderer aus Nordamerika

Ihren Namen verdanken Waschbären übrigens der Eigenart, ihr Futter zu waschen, wenn sie in Gefangenschaft leben – oder das Fressen zumindest unter Wasser zu halten. Auch die englische Bezeichnung „raccoon“ für die Kleinbären hat mit dem Waschen von Futter zu tun. Die Algonquin-Indianer nannten den Waschbär „arah-koon-em“, was in etwa „der mit seinen Händen schrubbt und reibt“ bedeutet. Ursprünglich kommt die Tierart aus Nordamerika, aber seit etwa 50 Jahren ist sie auch in Mitteleuropa heimisch – vermutlich sind die ersten Tiere aus Gehegen geflüchtet und haben sich in der neuen Heimat so wohlgefühlt, dass sie sich vermehrt haben. Städte wie Berlin locken sie genauso wie die Natur.

Der Waschbär ist kein Feinschmecker

Genug zu fressen finden Waschbären jedenfalls. Denn sie sind keine Feinschmecker, sondern nehmen, was kommt.  Das kann mal ein Hühnergelege sein, aber auch Mäuse oder Obst vom Baum. Selbst Abfalleimer sind kein großes Hindernis für sie. Wer also mal nachts einen mächtigen Lärm vor dem Haus hört, der könnte Besuch von einem Waschbären haben, dem der Mülleimerdeckel im Weg war.

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