Der Besenginster blüht

Besenginster
Besenginster Foto: Silke Böttcher

Der Besenginster ist eine Pflanze, die man nicht übersehen kann. Ein Strauch von 60 Zentimetern bis zwei Metern Höhe, der mit seinen sonnengelben Blüten die Aufmerksamkeit auf sich zieht und gerne Farbakzente auf extensiv genutzten Weiden setzt. In Berlin und Brandenburg kann man ihm begegnen.

Was der Besenginster mit Klee zu tun hat

Die Blüten haben Ähnlichkeit mit denen von Klee, aber auch von Frühblühern wie der Frühlings-Platterbse. Kein Wunder – sie alle sind Schmetterlingsblütler. Beim Besenginster sind die Blüten bis zu zweieinhalb Zentimeter lang und ziemlich eindrucksvoll.

Eine Pflanze, die den Boden verändert

Die Pflanze wächst dort, wo es sonnig ist. An Waldrändern zum Beispiel, aber auch auf Wiesen und Lichtungen, sie ist ein Pionier, der sogar auf verbrannten Flächen gedeiht. Sie mag lockere, nährstoffarme Böden und leistet etwas Erstaunliches: Sie reichert die Böden mit Stickstoffsalzen an. In ihren Wurzeln leben Bodenbakterien, die Stickstoff in der Luft binden. Wenn die Wurzeln verwesen, werden nach der bakteriellen Zersetzung die Stickstoffsalze an den Boden abgegeben.

Wichtiger Gründünger

Dort, wo Besenginster wächst, bereitet er sozusagen den Boden für Nadelbäume vor. Das gilt aber für alle Schmetterlingsblütler, die deshalb als Gründünger eine wichtige Rolle spielen. Demnächst wird es einen Blogeintrag zu diesem Thema geben.

Aus den Zweigen wurden früher Besen gefertigt

Aber zurück zum Besenginster. Der verdankt seinen Vornamen der Tatsache, dass seine Ruten früher gerne als Zutaten für die Besenherstellung genutzt wurden. Die Blätter sind sehr kurz und länglich, die Zweige tragen keine Dornen. Das Spektakulärste an der Pflanze sind die großen gelben Blüten, von denen bis zu 50 an den Zweigenden sitzen.

Insekten werden mit Blütenstaub beschossen

Insekten, die die Blüten auf der Suche nach Nektar besuchen, lösen eine Art Federmechanismus aus, der die Staubblätter und den Griffel in die Höhe schnellen lässt und die Insekten mit Blütenstaub „beschießt“. Bevor die Insekten so richtig merken, dass die Blüten gar keinen Nektar enthalten, haben sie ihre Aufgabe der Bestäubung schon übernommen.

Wie die Samen verbreitet werden

Nach der Blütezeit im Mai und Juni entwickeln sich die Fruchthülsen des Besenginsters. Sie sehen aus wie Erbsenschoten, sind aber flach und schwarz. Auch hier nutzt die Natur einen Trick der Verbreitung: Wenn die Samen reif sind und die Sonne scheint, dann springen die Schoten auf und schleudern die Samen einige Meter weit in die Umgebung. Das kann man sogar hören: Die trockenen Schoten knistern beim Aufplatzen.

Die Pflanze ist giftig

Von den Samen sollte man sich (besonders aber Kinder) fernhalten, denn sie enthalten giftige Alkaloide wie Lupanin und Spartein. Das gilt für die gesamte Pflanze, aber in den Samen ist die Konzentration besonders hoch. Die Alkaloide verursachen Kreislaufkollaps, Schwindel, erhöhten Herzschlag und Übelkeit, selbst Lähmungen und starke Schwankungen des Blutdrucks kommen vor. Auch für Haustiere ist die Pflanze giftig.

Besenginster als Heilpflanze

Gleichzeitig ist Besenginster eine wertvolle Heilpflanze. Verwendet werden die frischen Blüten und Blätter, außerdem die holzigen Sprosse. Die Naturheilkunde setzt sie u.a. gegen Herz-Rhythmus-Störungen, Kreislaufprobleme und niedrigen Blutdruck ein. Allerdings sollte man aufgrund der Giftigkeit lieber auf fertige Präparate zurückgreifen (Hinweis: In der Homöopathie wird der historische botanische Name Sarothamnus scoparius verwendet, nicht der heute aktuelle Name Cytisus scoparius).

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