Besuch bei der Bekassine

Dass die Bekassine der Vogel des Jahres 2013 ist, war ja schon Thema dieses Blogs. Aber jetzt kann man sie sehen – bei einer Führung am 26. Mai durch die Natur im Berliner Norden. Ein bisschen Glück braucht es natürlich, denn diese Vogelart ist sehr, sehr selten. Sie braucht Feuchtgebiete – Moore, flache Seen und feuchte Wiesen -, aber die verschwinden überall in Deutschland immer mehr. Etwa 95 Prozent der heimischen Moore sind schon zerstört worden, und aus Gebieten mit intensiver Bewirtschaftung zieht sich der scheue Vogel zurück. Heute gibt es nur noch wenige Tiere, die vor allem in Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg leben. Insgesamt, so schätzen Experten, sind es in Deutschland ungefähr 5500 Brutpaare.

Warum die Bekassine auch „Himmelsziege“ heißt

„Himmelsziege“ wird die etwa 25 Zentimeter lange Bekassine auch genannt, und wenn man an ihre schwindenden Lebensräume denkt, hätte sie auch allen Grund zum Meckern. Aber sie verdankt den Namen dem Balzflug, bei dem das Männchen die Schwanzfedern im Sturzflug so abspreizt, dass der Wind hindurchfährt. Dadurch entsteht ein Geräusch, das sich zwischen „huhuhu“ und Meckern bewegt.

Führung durch das Tegeler Fließtal

Mit Glück kann man die Bekassine sogar in Berlin sehen. Auf den Gosener Wiesen zum Beispiel, wo der Vogel auch brütet. Und im Tegeler Fließtal. Genau dorthin geht es bei der Führung mit dem Nabu Berlin. Helmut Ladenthin kennt die Rückzugsorte der Bekassine, kann etwas über ihre Lebensweise erzählen und die Besucher vorsichtig auf die Vögel hinweisen, wenn sie irgendwo auftauchen – denn mit ihrem braungesprenkelten Gefieder sind sie bestens getarnt.

Die Bekassine ist erstaunlich beweglich

Vielleicht kann man die Bekassine beim Flug beobachten und darüber staunen, wie beweglich die vermeintlich schwerfälligen Tiere in der Luft sind. Ob wirklich Bekassinen auftauchen, ist natürlich nicht sicher, denn es gibt, wie gesagt, nur sehr wenige in Berlin. Einen dieser ulkigen Vögel mit dem runden Körper und dem langen Schnabel mal in freier Natur zu sehen – das wäre jedenfalls schon etwas ganz Besonderes.

Treffpunkt: 26. Mai, 10 Uhr, Hermsdorf, am Ende der Veltheimstr., wo sie auf den Wanderweg des Tegeler Fließes trifft.(Bus 326 Veltheimer/Schildower Str.). Dauer: 2-3 Std.

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