Ausflug zu einem Flugpionier

Lilienthal-Denkmal
Lilienthal-Denkmal Foto: Carsten E. Böttcher

Der Mann hatte einen Traum. Einen großen – um nicht zu sagen, gewaltigen. Er wollte fliegen. Das war zu seiner Zeit (er lebte von 1848 bis 1896) noch eine Vision. Doch Otto Lilienthal ließ sich nicht beirren. Und wurde zum ersten Menschen, der erfolgreich mit einem Hängegleiter flog.

Die Geschichte des Luftfahrtpioniers, der mit Flügelschlag-Gerätschaften anfing, ist auch für Leute spannend, die Technik sonst eher langweilig finden. Lilienthal guckte den Vögeln beim Fliegen zu und baute sich irgendwann mal einen Rahmen aus Holz, den er mit gewachstem Baumwollstoff bespannte. Ausprobiert hat er sein Gerät zum Beispiel in den Rauhen Bergen in Steglitz und ab 1894 auf einem eigens aufgeschütteten 15 Meter hohen Hügel in Lichterfelde. Dort startete er zu unzähligen bis zu 80 Meter weiten Flügen.

Otto Lilienthal – erster Flieger der Menschheit

Was heute schmunzeln lässt, war damals eine Sensation und die Grundlage für die Fliegerei – Otto Lilienthal gilt als erster Flieger der Menschheit. Allerdings musste er seine Vision vom Fliegen mit dem Leben bezahlen: am 9. August 1896 stürzte er nahe Stölln in Brandenburg ab und starb am nächsten Tag.

Erinnerungen an den Flugpionier

Warum ich diese Geschichte erzähle? Den Hügel in Lichterfelde, genannt Fliegerberg, gibt es noch heute – er ist Teil der Lilienthal-Gedenkstätte an der Schütte-Lanz-Straße, die auch im Winter einen Ausflug wert ist. Eine ziemlich steile Treppe führt auf den Hügel, auf dessen Gipfel eine Erdkugel steht. Die Sicht von oben ist eindrucksvoll. Vor dem Hügel wurde ein rechteckiges Wasserbecken ausgehoben.

Aber wussten Sie, dass es in Berlin noch weitere Erinnerungen an Lilienthal gibt? Am Teltowkanal nahe der Bäkestraße in Lichterfelde Ost steht seit 1914 eine Skulptur (siehe Foto), die einen Ikarus mit ausgebreiteten Flügeln zeigt. Vor wenigen Tagen wurde das Denkmal von Graffiti-Schmierereien befreit und ist jetzt wieder ein reizvolles Fotomotiv.

Ausflug zum Gutshaus Lichterfelde

Wer mag, verbindet die Tour zu Otto Lilienthal mit einem Spaziergang zum Schlosspark Lichterfelde (zu erreichen über die Bäkestraße und den Hindenburgdamm). Zu dem hübschen Gutshaus, in dem früher mal der vor wenigen Tagen erwähnte Johann Anton Wilhelm von Carstenn gewohnt hat, gehört ein sehr schöner Park, der das älteste Naturschutzgebiet Berlins ist (seit 1923 geschützt). Dessen Bewohner: Nachtigall und Zaunkönig.

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