Besuch bei Mars und Venus im Georg-Kolbe-Hain

Georg-Kolbe-Hain
Georg-Kolbe-Hain Foto: Carsten E. Böttcher

Manche Plätze in Berlin scheint kein Mensch zu kennen.  Und das, obwohl breite Straßen direkt vorbeiführen. Einer davon ist der Georg-Kolbe-Hain. Kennen Sie nicht? Sollten Sie aber. Denn der Park zwischen Heerstraße, Pillkaller Allee, Sensburger Allee und Mohrunger Allee in Westend ist etwas Besonderes.  Nicht nur, weil der Autolärm hier nur noch wie das Summen von (zugegeben nicht wirklich leisen) Insekten klingt.

Der Georg-Kolbe-Hain – das unbekannte Freiluftmuseum

Man könnte den Georg-Kolbe-Hain als Freiluftmuseum bezeichnen. Denn dieser Park versammelt mehr als Bäume und Büsche, er hat auch eine direkte Beziehung zum Bildhauer Georg Kolbe (1877-1947): Mitten im Grün stehen fünf überlebensgroße Bronzeskulpturen, die aus Gipsmodellen Kolbes entstanden sind. Seit 1961 stehen oder sitzen die ersten von ihnen im Park. Sie heißen „Die Liegende“ und „Stürzender“, „Mars und Venus“, Große Kniende“ und „Dionysos“. Meine Lieblingsfigur ist die „Liegende“, die irgendwie versonnen ins Nirgendwo schaut und mit sich und der Welt insgesamt ziemlich zufrieden zu sein scheint.

Skulpturen zwischen Büschen und Bäumen

Die Skulpturen wirken im Grün wie in einer Bewegung erstarrt, man muss stehenbleiben und ihren Gesichtsausdruck eine Weile studieren, bevor man weitergeht. Man kann sich aufhalten in diesem Park, der um 1920 entstanden ist und 1929 schon wieder umgestaltet wurde. Zwei Pavillons wurden gezimmert, und wer heute durch den Park spaziert, geht an Birken, Wacholder, Kiefern und Heidekraut vorbei – und an den Figuren, die dem Gelände noch mehr Romantik verleihen.

Abstecher zum Atelier nahe des Georg-Kolbe-Hains

Von dem Künstler kann man in der Nähe des Georg-Kolbe-Hains übrigens noch mehr erfahren. In der Sensburger Allee 25 steht das Wohnhaus des Künstlers, das heute Museum ist. Im einstigen Atelier stehen Gipsmodelle und Werkstattaccessoires,  man kann einige seiner Werke sehen und Arbeiten anderer Künstler. Auch ein Garten (natürlich mit Skulpturen) und ein sehr gemütliches Café (geöffnet Di-So, 10-18 Uhr, www.cafe-k.com) gibt es. Der Kuchen dort schmeckt auch denen, die es mit Kunst sonst nicht so haben. Auch wenn es schade wäre, auf den Anblick der Skulpturen zu verzichten.

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