Woher der Birkenblattroller seinen Namen hat

Schwarzer Birkenblattroller
Schwarzer Birkenblattroller Foto: Eberhard Müller

Der Schwarze Birkenblattroller ist ein ulkiger Geselle. Ein winziger Käfer mit langem Rüssel, der genau das tut, was sein Name schon andeutet. In den Wäldern in Berlin und Brandenburg kann man ihm begegnen.

Der Birkenblattroller ist nur vier Millimeter lang

Der höchstens Millimeter große Birkenblattroller ist schwarz und glänzend. Auffällig ist sein Rüssel, der so lang ist wie der leicht gedrungene Körper. Auf den Flügeldecken kann man Punktreihen sehen.

Vorliebe für Birken

Zuhause ist der Birkenblattroller (Deporaus betulae) überall dort in Europa, wo es Birken gibt, also in lichten Wäldern, an Waldrändern, aber auch in Kiesgruben, auf denen die zu den Pioniergehölzen gehörenden Birken wachsen. Auch Buche, Hasel und Erle bewohnt der Käfer gerne. Er benötigt die Blätter als Kinderstube.

Das Weibchen wickelt Tüten für den Nachwuchs

Nach der Paarung im Frühjahr (vor der die Männchen ziemlich rabiat um die Weibchen kämpfen) wird das Weibchen zur Wohnungsbauerin: Es schneidet ein Blatt vom Außenrand bis zur Mittelrippe s-förmig ein und wickelt es zu einer Art Tüte zusammen, die sorgfältig verschlossen wird. In dieses Gebilde, das dank der erhalten gebliebenen Mittelrippe am Baum hängen bleibt, legt das Weibchen bis zu sechs Eier.

Etwa eine Stunde braucht der kleine Käfer (der zur Familie der Blattroller gehört) für diese Aufgabe. Manchmal finden sich viele dieser Wickel an einem einzigen Baum.

Larven verpuppen sich im Boden

Der Nachwuchs lebt im und von dem Blatt – es dient ihm als Nahrung und als Wohnung. Irgendwann verwelkt es, fällt zu Boden und die Larven ziehen aus, um sich im Boden zu verpuppen. Im nächsten Frühling schlüpfen die jungen Käfer der nächsten Generation.

Die Wickel sind kunstvoll gestaltet und wären komplett unauffällig, wenn sich die Blätter nicht relativ schnell braun färben würden – in dieser Zeit ist rundherum noch alles grün.

Die Verwandten des Käfers lieben Obst

Großen Schaden richtet der Birkenblattroller nicht an, auch wenn Gartenbesitzer die verwelkten Blätter nicht mögen. Anders sieht es mit Verwandten wie dem Purpurroten Apfelfruchtstecher oder dem Birnenfruchtstecher aus. Sie leben an Obstgewächsen und bauen keine Blattwickel, sondern stechen die Früchte an und legen die Eier darin ab. Vor allem der Apfelfruchtstecher, der überwiegend im Mittelmeerraum lebt, kann großen Schaden anrichten. Früher hat er schon mal ganze Ernten vernichtet.

Birkenblattroller: So wird man ihn los

Weil der Birkenblattroller keine Obstbäume bewohnt, gilt er hierzulande nicht wirklich als Schädling. Den Bäumen schadet er jedenfalls nicht. Wer ihn trotzdem loswerden möchte, braucht keine Chemie einzusetzen, sondern sollte die Blattwickel entfernen, bevor sich die Larven entwickelt haben.

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