Bittersüßer Nachtschatten: Was er mit der Kartoffel zu tun hat

Bittersüßer Nachtschatten Foto: Silke Böttcher
Bittersüßer Nachtschatten Foto: Silke Böttcher

Die Pflanze auf dem Foto (sie heißt Bittersüßer Nachtschatten) hat zwei Besonderheiten. Erstens ist sie mit der Kartoffel verwandt. Und zweitens ist sie ziemlich giftig. Aber der Bittersüße Nachtschatten ist ja auch  kein Lebensmittel. Sehen kann man ihn zum Beispiel in Brandenburg.

Bittersüßer Nachtschatten: lila-gelbe Sterne

 

Die Blüten des Bittersüßen Nachtschattens sind eindrucksvoll. Lilafarbene Sterne, deren Blütenblätter nach hinten gebogen sind. Die Staubbeutel in der Mitte sind leuchtend gelb. Die Pflanze klettert an anderen Gewächsen entlang und kann bis zu zwei Meter hoch (oder besser: lang) werden. Der Bittersüße Nachtschatten hat längliche, spitz  zulaufende Blätter.

Lebensraum der Pflanze sind Wälder, Gebüsche, Uferzonen und Ödland, der Boden darf feucht sein. Sie braucht viel Licht – in Wäldern wächst sie deshalb vor allem auf Lichtungen.

Die unreifen Beeren sind sehr giftig

Der Bittersüße Nachtschatten blüht zwischen Juni und September, danach bilden sich eiförmige Beeren, die sich knallrot färben, wenn sie reif sind. Von den Früchten sollte man sich fernhalten, denn sie enthalten Alkaloide und Glycoside, vor allem Solanin. Besonders hoch ist die Konzentration bei unreifen Beeren. Nicht nur für Tiere ist der Nachtschatten giftig, sondern auch für Menschen – 30 unreife Beeren können für ein Kind sogar tödlich sein! Wer mit Kindern im Wald unterwegs ist, sollte also gut aufpassen, dass sie Abstand von der Giftpflanze halten.

Die Homöopathie setzt die Pflanze als Heilmittel ein

Umso erstaunlicher ist, dass der Bittersüße Nachtschatten auch Heilwirkung hat. Er wird hauptsächlich in der Homöopathie eingesetzt („Dulcamara“) – gegen Blasenentzündung, Rheuma, Gelenkschmerzen, fieberhafte Infekte und Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes.

Bittersüßer Nachtschatten und seine interessante Familie

Zur Familie der Nachtschattengewächse gehört  übrigens auch noch die ebenfalls giftige Schwarze Tollkirsche. Viele Verwandte aber sind sogar richtig gesund: die schon erwähnte Kartoffel zum Beispiel, die Aubergine, die Kapstachelbeere (Physalis), die Tomate und die Paprika. Eher nicht gesund, aber sehr beliebt ist ein weiterer Verwandter des Bittersüßen Nachtschattens: der Tabak.

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