Bleimunition – tödliche Gefahr für Seeadler

Seeadler sind eindrucksvolle Vögel. Mit einer Flügelspannweite von fast zweieinhalb Metern sind sie die größten heimischen Greifvögel, die man an ihrem braunen Gefieder und dem gelben Schnabel gut erkennen kann. Auch wenn man sie nicht allzu oft sieht. Doch ihnen droht Gefahr – durch Bleimunition.

Bleimunition vergiftet Seeadler

Lange Jahre wurden Seeadler intensiv verfolgt und durch das Insektizid DDT beinahe ausgerottet. Dass ihr Bestand inzwischen wieder zugenommen hat, ist vielen Schutzmaßnahmen zu verdanken. Aber gefährdet sind sie immer noch – und wieder ist der Mensch schuld. Denn es gibt tatsächlich immer noch Jäger, die mit Bleimunition schießen. Drei Seeadler aus der Region sind in diesem Winter schon an einer Bleivergiftung gestorben. Umso erstaunlicher ist es, dass diese Art von Munition überhaupt noch eingesetzt wird.

In Berlin wird seit 2012 bleifrei geschossen

Da sich Seeadler im Winter hauptsächlich von Aas ernähren, nehmen sie das Blei auf, wenn sie von Jägern im Wald zurückgelassene Innereien von Rehen, Hirschen oder Wildschweinen fressen oder Kadaver von Tieren, die angeschossen wurden und dann irgendwo im Wald verendet sind, ohne von den Jägern gefunden zu werden. Im Berliner Landesforst ist Bleimunition seit 1. April 2012 verboten, ein bundesweites Verbot steht aber noch aus. Der Jagdverband, so der Nabu Berlin, sei indessen gegen das Verbot.

Die drei Seeadler, die im Landkreis Oder-Spree und in der Nähe von Belzig (Landkreis Potsdam-Mittelmark) gefunden und in die Kleintierklinik der FU in Berlin-Zehlendorf gebracht wurden, konnten nicht mehr gerettet werden – die Tierärzte mussten sie einschläfern. Bei der Untersuchung wurde der Verdacht bestätigt: Sie sind durch Bleimunition gestorben.

Nabu Berlin fordert bundesweites Verbot von Bleimunition

Der Nabu Berlin, der schon lange das bundesweite Verbot von bleihaltiger Munition fordert, bittet die Bürger, kein Wildfleisch zu kaufen, bei dem nicht sicher ist, mit welcher Munition es erlegt wurde. Wer mit Bleimunition erlegtes Wild esse, so der Nabu Berlin, gefährde seine Gesundheit und fördere zudem die Vergiftung von Seeadlern.

Bleibt zu hoffen, dass in diesem Winter nicht noch mehr der großen Greifvögel an Bleivergiftung sterben müssen. Brandenburg gehört zu den Bundesländern, in denen die Zahl der Seeadler noch relativ hoch ist – sie brauchen seenreiche Gebiete und außerdem Altholz oder Felsen, auf denen sie ihre Horste bauen können.

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