Bobby und der Urzeitvogel im Naturkundemuseum

Kennen Sie Bobby? Er war der erste Gorilla, der in Deutschland vom Tierkind zum erwachsenen Affen aufgewachsen ist. Er kam 1928 mit zwei Jahren in den Zoologischen Garten, ein gutmütiges Tier, das einen Schimpansen als Spielgefährten hatte und schnell zum Liebling der Zoobesucher wurde (und heute im Naturkundemuseum zu sehen ist). Den Komponisten Walter Jurmann inspirierte der Affe zu seinem Evergreen „Mein Gorilla hat `ne Villa im Zoo“, mit dem Max Raabe noch heute die Massen begeistert. Wie der Eisbär Knut viele Jahre später hatte auch Bobby einen fürsorglichen Tierpfleger (er hieß August Liebetreu). Und die beiden haben noch eine weitere, traurige Gemeinsamkeit: Sie wurden nicht alt. Bobby starb am 1. August 1935 an einer Blinddarmentzündung.

Wahrzeichen des Zoos – heute im Naturkundemuseum

Vergessen wurde der Gorilla nicht, auch in dieser Sache gibt es Parallelen zu Knut. Bobby wurde zum Wappentier des Zoologischen Gartens, an das heute noch eine Granitstatue erinnert. Knut bekam 2012 ein bronzenes Denkmal. Und es geht noch weiter: Beide sind als Dermoplastiken im Berliner Naturkundemuseum zu sehen, Knut erst seit einigen Wochen, Bobby schon seit vielen Jahren. 1936 haben die Berliner Präparatoren Karl Kaestner und Gerhard Schröder den Gorilla mit viel Mühe für die Ewigkeit präpariert. Bobby sieht erstaunlich lebendig aus.

Führungen zu Dinosauriern und anderen Urzeitwesen

Während der Osterferien kann man Bobby im Rahmen von Führungen im Naturkundemuseum besuchen. Und nicht nur ihn: Auch der Urvogel Archaeopteryx, der 13,27 Meter hohe Dinosaurier Brachiosaurus und die Wand der biologischen Vielfalt mit 3000 Tieren werden  gezeigt. Ein spannender Ausflug in uralte und beinahe neue Zeiten.

Museum für Naturkunde, Invalidenstr. 43, 10115 Berlin. Führungen bis 7. April, täglich 11 und 14 Uhr, Teilnahme 3, erm. 2 Euro zzgl. Museumseintritt. Anmeldung nicht erforderlich. Info: Tel. 030/2093-8591

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