Woher die Brandgans ihren Namen hat

Brandgans
Brandgans

Die Brandgans gehört zu den Tieren, die man in Brandenburg nicht allzu oft sieht. Meist nämlich lebt sie in Küstennähe. Aber an größeren Seen fühlt sie sich auch wohl, und davon gibt es in Brandenburg eine ganze Menge.

Die Brandgans ist sehr auffällig

Ihr exotisches Aussehen macht die Brandgans eigentlich unverwechselbar. Erwachsene Tiere werden bis zu 75 Zentimeter lang und haben eine Flügelspannweite von bis zu 1,30 Metern.

Das Gefieder ist schwarz-weiß gefleckt, außerdem trägt der Vogel ein rostbraunes Brustband. Dem verdankt die Brandgans übrigens auch ihren Namen. Auffällig ist auch der knallrote Schnabel, der beim Männchen einen Höcker bildet (siehe Foto). Der Kopf ist dunkelgrün.

Eine Ente in Gänsegestalt

Interessant ist, dass die Brandgans (Tadorna tadorna) zwar dem Namen und der Gestalt nach eine Gans ist, systematisch aber zu den Entenvögeln gehört. Früher wurde sie deshalb auch Brandente genannt.

Die Rufe sind sehr unterschiedlich

Wer Brandgänse sieht (zum Beispiel am Zauchwitzer Busch in der Nuthe-Nieplitz-Niederung oder an der Unteren Havel), der hört sie meistens auch, denn sie haben sich viel zu erzählen. Dabei sind die Stimmen von Weibchen und Männchen sehr unterschiedlich: Die Männchen haben einen hohen, pfeifenden Ruf, während die Weibchen nasal und tief klingen. Auch die Fluggeräusche sind deutlich zu hören.

Eiablage in Erdhöhlen

An der Nordseeküste kann man der Brandgans das ganze Jahr über begegnen, vorausgesetzt, das Meer friert nicht zu. Im späten Winter bilden sich die Paare, die mehrere Jahre zusammenbleiben. Auch dem Brutplatz bleiben die Tiere oft jahrelang treu. Nach der Paarung legt das Weibchen die Eier in Erdhöhlen von einem bis zwei Metern Länge – gern nutzt es dafür Kaninchenbaue. Auch Fuchshöhlen werden gern bezogen. Und in dieser Zeit dulden beide Tierarten einander, ohne sich anzugreifen!

Attacke gegen Fressfeinde

Das Weibchen kümmert sich allein um das Brüten, das Männchen bleibt aber in der Nähe und begleitet das Weibchen bei der Nahrungssuche und schützt auch das Nest vor Angreifern. Beide können sehr mutig sein, wenn sie ihre Jungen bedroht sehen. Möwen, Blässhühner und sogar Säugetiere werden verscheucht, indem die Brandgänse mit gesenktem Kopf und geöffnetem Schnabel auf die Feinde zurennen. Sie sind auch bereit, kräftig zuzubeißen.

Ein Kindergarten für den Nachwuchs

So fürsorglich die Eltern sind – sie bleiben es nicht unbedingt bis zum Flüggewerden aller Jungen. Der übriggebliebene Nachwuchs tut sich dann zu einer Art Kindergarten zusammen – die Position des Betreuers übernimmt meist ein Altvogel, der selbst keine Jungen bekommen hat.

Während der Mauser sind die Vögel flugunfähig

Gefährlich ist die Zeit der Mauser, irgendwann im August. Dann fallen den Brandgänsen die Schwungfedern aus und sie sind für einige Zeit flugunfähig. In dieser Zeit suchen sie sich nahrungsreiche und vor allem gut geschützte Gebiete. An der Weser- und Elbemündung zum Beispiel halten sich dann oft über 100.000 Brandgänse auf.

Die Bestände der Brandgans nehmen ab

In Deutschland ist die Art noch nicht gefährdet, es soll etwa 6500 bis 8000 Brutpaare geben. Allerdings haben Umweltbelastungen, verunreinigte Strände, Schadstoffbelastung der Nahrung, das Abernten von Muschelbänken und die starke Nutzung der Brut- und Mauserplätze durch den Menschen schon dafür gesorgt, dass die Bestände zurückgegangen sind. Die Jagd auf die Brandgans immerhin ist inzwischen verboten.

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