Breitblättriges Knabenkraut: eine Orchidee in Brandenburg

Breitblättriges Knabenkraut
Breitblättriges Knabenkraut

Es gibt ein paar ganz besondere Wiesen in Brandenburg. Sie sind allesamt streng geschützt, denn sie bergen seltene Schätze: wilde Orchideen. Eine der Arten, die man hier sehen kann, ist das Breitblättrige Knabenkraut. In Deutschland steht die Orchidee auf der Roten Liste der gefährdeten Arten, in Berlin und Brandenburg gilt sie als stark gefährdet (Kategorie 2). 1989 war das Breitblättrige Knabenkraut aus diesem Grund die Orchidee des Jahres.

Breitblättriges Knabenkraut liebt feuchte Wiesen

Das Breitblättrige Knabenkraut wächst auf feuchten Wiesen, die viel Sonne abbekommen. Die aber sind, weil sie kaum landwirtschaftlich genutzt werden können, selten geworden. Hinzu kommt, dass Orchideen hohe Ansprüche an den Boden stellen. Düngung, Trockenlegen, zu frühe Mahd und intensive Beweidung lassen die Pflanze verschwinden. Früher wuchsen auf den meisten Feuchtwiesen viele Exemplare des Breitblättrigen Knabenkrautes, heute sind sie ein seltener Anblick geworden. Immerhin werden Flächen, auf denen Orchideen wachsen, meist unter Schutz gestellt.

Spektakuläre Blüten

Erstaunlicherweise schafft es das Breitblättrige Knabenkraut, sich auf den ersten Blick zwischen den gelben Hahnenfuß-Blüten Gräsern und Wiesenschaumkraut unsichtbar zu machen. Und so kann es passieren, dass man an einer Orchideen-Wiese vorbeikommt und die Pflanzen überhaupt nicht bemerkt. Was seltsam ist, denn das ungefähr 30 Zentimeter hohe Knabenkraut hat absolut spektakuläre Blüten. Ihre Farbe variiert zwischen hellrosa und kräftig violett und sie haben Muster in Rot und Weiß auf der Lippe (siehe Foto). Eine einzelne Pflanze trägt bis zu 40 Blüten, die von Bienen bestäubt werden. So auffällig wie die Blüten sind auch die Blätter der Pflanze: breit, spitz zulaufend und meistens mit unzähligen dunklen Punkten besetzt.

Die Samen sind fein wie Staub

Den Monat, in dem es blüht, trägt das Breitblättrige Knabenkraut in seinem botanischen Namen Dactylorhiza majalis – majalis steht für den Mai. Nach der Blüte dauert es ein paar Wochen, bis die Fruchtkapseln reif geworden sind und tausende staubfeiner Samen entlassen, die vom Wind verbreitet werden. Erst danach wird die Orchideen-Wiese behutsam gemäht. Von der späten Mahd profitieren auch die bodenbrütenden Vögel, die ihren Nachwuchs in aller Ruhe aufziehen können.

Das Breitblättrige Knabenkraut ist streng geschützt

In Berlin kann man das Breitblättrige Knabenkraut mit Glück am Stadtrand, zum Beispiel auf feuchten Wiesen in Köpenick, Reinickendorf und Pankow, sehen. Ausgraben aber ist nicht nur streng verboten, sondern auch sinnlos, denn die Pflanze stellt – wie schon erwähnt – sehr hohe Ansprüche an den Boden und braucht zudem die Symbiose mit einem Pilz, damit ihre Samen keimen können. Wer in Berlin ein wildwachsendes Exemplar entdeckt, kann sich an die Stiftung Naturschutz Berlin (Koordinierungsstelle Florenschutz, Potsdamer Str. 68, 10785 Berlin, Tel. 030/26394-188) wenden. Ein Fotobeleg sollte mitgeschickt werden.

Geschichten über Orchideen in Berlin und Brandenburg:

Pinkfarbene Pyramide mit Seltenheitswert

Orchideen in Berlins Wäldern

 

 

1,561 total views, 1 views today


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Copyright © 2012-2017 Silke Böttcher · Wildes Berlin · All Rights Reserved

Facebook
thomas davisthomas davis