Das leckere Geheimnis der Bucheckern

Fruchtbecher der Buche Foto: Silke Böttcher
Fruchtbecher der Buche Foto: Silke Böttcher

Wenn es um Verpackungskunst geht, ist die Buche besonders talentiert. Finde ich. Ihre stacheligen Fruchtbecher sind die perfekten Aufenthaltsorte für ihre dreikantigen Früchte. Erst wenn die reif sind, öffnet sich der Becher und lässt die Bucheckern frei. Auch in der Berliner Natur kann man die Früchte und die Fruchtbecher sehen – jedenfalls dort, wo Buchen stehen.

Die Buchecker und ein ganz besonderer Baum

Im Wald fällt die Buche wegen ihrer silbergrauen, glatten Rinde und ihren eiförmigen Blättern auf. Offiziell heißt sie Rotbuche, was sie ihrem leicht rot gefärbten Holz verdankt. Sie ist der häufigste Laubbaum in deutschen Wäldern, allerdings sind reine Buchenwälder hierzulande so selten geworden, dass sie 2011 zum Weltnaturerbe der Unesco erklärt wurden. Ein solcher Wald, der großartige Grumsin nördlich von Berlin, war schon Thema dieses Blogs. Aber heute geht es um die Früchte der Buche, die Bucheckern. Die sind nämlich gerade reif geworden.

Rohe Bucheckern sind leicht giftig

Als ich ein Kind war, gehörte das Aufknacken der Bucheckern im Herbst zu meinen Lieblingsbeschäftigungen – unter der harten braunen Schale steckt nämlich ein leckerer Kern. Nur ein, zwei rohe Nüsschen waren erlaubt, denn der enthaltene Stoff Fagin kann Magenbeschwerden verursachen. Oder man greift zum Trick: Wenn man die Bucheckern nämlich röstet, werden die leicht giftigen Bestandteile abgebaut und der Geschmack wird sogar noch angenehmer.

Vom Notessen zum Genuss

Gesund sind Bucheckern auch: Sie enthalten Zink, Eisen und  Mineralstoffe. Nach dem Krieg waren sie als Notessen beliebt. Und die Menschen waren äußerst einfallsreich: Sie pressten die Bucheckern zu Öl, schroteten sie zu Mehl und machten daraus Brot oder Kekse. Heute ist ihre Nutzung in der Küche fast vergessen – zu Unrecht. Gebäck aus Bucheckern-Mehl oder Salat mit gerösteten Bucheckern sind nämlich ein echter Genuss.

Auch Vögel und Nagetiere lieben Bucheckern

Auch Vögel und Nagetiere lieben und benötigen die Bucheckern als Herbst- und Winterfutter. Wer die Früchte sammeln will, sollte sich deshalb mit ein, zwei Handvoll begnügen. Und gerade fällt mir noch etwas sehr Interessantes über die Bäume ein: Früher hat man Schreibtafeln aus Buchenholz als „Buch“ bezeichnet, die eingeritzten Runen als „Buchstaben“. So haben wir heute also täglich mit diesem Baum zu tun – ohne es zu wissen!


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