Farbenfroher Singvogel: der Buchfink

Buchfink
Buchfink Foto: F. Hecker/Nabu

Der Buchfink ist einer der auffälligsten Singvögel, die ich kenne. Doch obwohl er nicht selten ist (2015 belegte er bei der Stunde der Gartenvögel in Berlin Platz 10), sieht man ihn nicht allzu oft. Aber man kann ihn hören.

Der Buchfink singt seinen Namen

Sein schmetternder Ruf, dessen Strophen sich zwischen „fink, fink“ (jetzt wissen Sie, warum der Vogel „Fink“ heißt), „jüpjüp“ und „zipzipzip“ bewegen und gern als „Finkenschlag“ bezeichnet wird, gehört zu den ersten, die man im zeitigen Frühling, beinahe noch im Winter, zu hören bekommt. Sogar das Wetter soll er voraussagen können: Manchmal nämlich klingt der Gesang wie „trüb“ – was Regen verheißen soll.

Konzert vom Hochsitz aus

Die Chancen, den Buchfink zu hören, sind am besten, wenn man in einem Wald oder Park unterwegs ist, denn der spatzengroße Vogel singt gerne von einem „Hochsitz“ aus.

Mit Trippelschritten unterwegs

Wenn er doch mal auf den Boden fliegt, kann man den Buchfink (Fringilla coelebs) sehen, der dann gern kopfwackelnd und mit Trippelschritten herumläuft. Und wird ihn nicht mehr vergessen: Mit seinem weinroten Bauch, dem blaugrauen Kopf und den schwarz-weißen Flügeln ist das Männchen (siehe Foto) wirklich eindrucksvoll. Das Weibchen ist weniger farbenprächtig – sein Gefieder ist beige-grün.

Lebensraum Mischwald

Bevorzugter Lebensraum des Vogels sind lichte Misch- und Laubwälder, aber auch in Parks und Gärten fühlt er sich wohl. Hier findet er seine Nahrung – Beeren, Samen und Insekten. Oft sieht man den Buchfink in Gesellschaft mit dem Stieglitz und dem Grünfink.

Gut getarntes Nest

Brutzeit ist zwischen Mitte April und Juni, und in dieser Zeit ist der Gesang besonders häufig zu hören. Das halbkugelförmige Nest wiederum ist gut verborgen: Die Tiere bauen es in zwei bis zehn Metern Höhe auf Bäumen, bevorzugt in Astgabeln. Moos und Flechten machen es beinahe unsichtbar.

Harzer Buchfinken-Manöver

Im Harz ist der Buchfink seit dem 15. Jahrhundert alljährlich Star eines ungewöhnlichen (und umstrittenen) Spektakels: Das Buchfinken-Manöver ist ein Fest, bei dem die Vögel in einen Gesangswettstreit treten. Der Fink, der am schönsten (oder längsten) singt, gewinnt. Seit 2008 gehört das Finken-Manöver zum immateriellen Kulturerbe der Unesco. Die Buchfinken sind gezüchtet – das Fangen wildlebender Vögel ist verboten.

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