Buntes Naturparadies: die Blumenwiese

Blumenwiese Foto: Silke Böttcher
Blumenwiese Foto: Silke Böttcher

Es soll ja Leute geben, die beim Anblick eines Gänseblümchens im Garten sofort aufstehen, um den Rasenmäher zu holen. Und ja: Ein perfekt manikürter Rasen kann schon sehr schön aussehen. Ein Insekt verirrt sich aber vermutlich nur selten dorthin, der Rasen ohne Blüten erscheint ihm wenig anziehend.  Eine üppige Blumenwiese finden Bienen, Schmetterlinge und Käfer aber sofort – das Nahrungsangebot scheint sich herumzusprechen.  Glücklicherweise gibt es auch in Berlin (in Gärten und der Natur) viele Blumenwiesen, die nicht zu oft gemäht werden. Selbst auf Verkehrsinseln blüht es gerade in allen Farben.

Die Blumenwiese: ein artenreicher Lebensraum

Etwa 4,8 Millionen Hektar Fläche, ungefähr 20 Prozent der deutschen Landesfläche, bestehen aus Wiesen und Weiden, hat der BUND festgestellt. Tendenz: sinkend. Zwischen 2003 und 2009 nahm die Fläche um 4,5 Prozent ab.  Wussten Sie, dass Blumenwiesen und blühende Weiden zu den artenreichsten Lebensräumen in Mitteleuropa gehören? Mal ganz abgesehen vom herrlichen Anblick…. Mehr als die Hälfte aller Tier- und Pflanzenarten, die es in Deutschland gibt, findet man dort. Klee und Margerite, Acker-Witwenblume, Schafgarbe, Storchschnabel, Wiesenknopf, Wiesenknöterich, Wiesensalbei und viele weitere Pflanzen blühen dicht an dicht, manchmal sogar Seltenheiten wie der Klappertopf.

Insekten lieben Wiesen

Ich habe gelesen, dass auf einer intensiv genutzten Wiese von 25 Quadratmetern Fläche maximal 20 Pflanzenarten wachsen, auf einer wilden Wiese gleicher Größe sind es mehr als 50! Die Pflanzen locken Schmetterlinge wie die zarten Bläulinge, den Kleinen Fuchs, das Tagpfauenauge und viele andere an, dazu Bienen, Hummeln, Grashüpfer, Käfer und Spinnen an. Und wo Insekten sind, lassen Vögel nicht lange auf sich warten. Sie finden auf einer gesunden Sommerwiese reichlich Nahrung und einige nutzen das hohe Gras sogar zum Brüten.

Gleichgewicht in Gefahr

Das sensible Gleichgewicht braucht allerdings eine behutsame Hand:  Dünger und Pestizide vertreiben Tiere und zerstören Pflanzen von der Blumenwiese. Zu frühes Mähen verhindert, dass sich die Samen der Pflanzen verbreiten und gefährdet Vögel, die noch mit der Brut beschäftigt sind.

Blumenwiese: feuchte Biotope sind besonders artenreich

Besonders eindrucksvoll finde ich Feuchtwiesen. Dort können bis zu 3500 Tierarten leben, darunter die Ringelnatter und der Moorfrosch, aber auch seltene Schmetterlinge wie der Schwalbenschwanz. Wo er auftaucht, ist die Welt noch in Ordnung – denn er ist ein guter Anzeiger für einen gesunden Lebensraum.

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