Das Potsdamer Dschungelcamp

Chamäleon
Chamäleon Foto: Silke Böttcher

Im Moment dreht sich in Deutschland so viel um das Dschungelcamp, dass mir ein ganz spezielles Ausflugsziel eingefallen ist. Garantiert ohne den Skandal-Star, aber dafür mit einem besonderen Tier: dem Chamäleon. Das gehört für mich zu den faszinierendsten Tieren überhaupt. Nicht nur weil es seine Farbe ändern kann. Diese Wesen, die immer irgendwie verdrießlich gucken, haben extrem scharfe Augen, die sie einzeln bewegen können. Ihr Blickfeld ist so groß, dass sie ihre Beute auch dann sehen können, wenn sie schräg hinter ihnen sitzt. Was dann passiert, ist genauso eindrucksvoll: Sie schleudern ihre Zunge mit enormer Wucht nach vorn – viel zu schnell für das Beutetier, das regelrecht angesaugt wird. Wo man das sehen kann? Im afrikanischen Dschungel beispielsweise. Oder in der Biosphäre in Potsdam. Dahin geht der Ausflug nämlich. Doch der Reihe nach.

Chamäleons: Farbwechsel für die Balz

Ich könnte Chamäleons stundenlang beobachten. Ihre Bewegungen wirken so, als ob sie sich jeden Schritt gründlich überlegen würden. Und dann setzen sie ihre Füße mit genauso viel Bedacht auf. Bloß keine Eile! Jedenfalls hat man genug Zeit, sich die Muster auf dem Körper anzugucken. Dass Chamäleons ihre Farbe ändern können, hat übrigens nicht nur mit Tarnung zu tun, sondern ist auch eine Form der Kommunikation. Was das heißen kann? „Ich bin bereit zur Balz“. Zum Beispiel.

Tropen-Erlebnispark: die Biosphäre in Potsdam

Natürlich kann man Chamäleons, die zu den gefährdeten Arten gehören, im Aquarium des Zoologischen Gartens in Berlin sehen.  Noch ein bisschen ungewöhnlicher wohnen sie in der Biosphäre Potsdam, in der das Foto entstanden ist – und das auch das schon genannte Ausflugsziel ist. Das Tropenhaus ist ein Überbleibsel der Bundesgartenschau 2001 und eine Attraktion der ganz besonderen Art. Hinfahren lohnt sich wirklich, denn die Biosphäre ist kein „normaler“ Botanischer Garten, sondern eine Naturerlebniswelt, in der es ungefähr 20.000 tropische Pflanzen und Tiere (vom „Wandelnen Blatt“  über den Monarch-Falter bis zum Gecko) gibt. Schmale Pfade führen kreuz und quer, vorbei an Seen und Wasserfällen, Wäldern und einem Dschungelcamp (ohne Stars, aber mit Urwaldteich). Man kann Geysire zum Ausbruch bringen und Wasser durch die Stämme imaginärer Bäume pumpen, die unterschiedlichsten Gewürze erschnüffeln und Pilzen beim Wachsen zugucken.

Tropen gegen das Januar-Wetter

Das mit unglaublicher Liebe eingerichtete Tropenparadies, das das mitteleuropäische Schmuddelwetter aussperrt, zeigt die Welt vom Boden, auf Baumwipfelhöhe und sogar unter Wasser. Selbst tropische Gewitter gibt es! Dabei steht zwar der Spaß im Vordergrund, aber die Biosphäre ist gleichzeitig auch ein Ort, an dem man sich über Nachhaltigkeit und Umweltschutz informieren kann und erfährt, wie wichtig und gefährdet das Ökosystem Regenwald ist. Und das ist mal etwas ganz anderes als das Dschungelcamp bei RTL!

Für alle, die die Show interessiert: Bei der Show, die am 11. Januar startet, kämpfen Skandal-König Helmut Berger, Olivia Jones, Arno Funke und neun andere Kandidaten um den Titel des Dschungelkönigs – Kakerlaken, Liebesaffären und Zickenzoff inklusive.

Adresse Biosphäre: Georg-Hermann-Allee 99, 14469 Potsdam, geöffnet Mo-Fr, 9-18 Uhr, Sa/So, 10-19 Uhr. Eintritt Erwachsene 11,50, Kinder bis 13 J. 7,80 Euro. www.biosphaere-potsdam.de. Anfahrt: Ab Potsdam-Hauptbahnhof mit der Straßenbahn 96 Richtung Bornstedter Feld bis Volkspark fahren, die Haltestelle liegt direkt vor der Biosphäre.

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