Das Geheimnis der Gabelweihe

Gabelweihe
Gabelweihe

Wenn man in einer Familie aufwächst, in der die Natur ein wichtiges Thema ist, dann kann es schon mal sein, dass am Küchentisch über Orchideen oder gute Beobachtungsorte für Kraniche gesprochen wird. Und beim Spaziergang alle den Kopf nach oben recken, um zu sehen, was für ein Greifvogel da am Himmel kreist. Zwei  Greife tauchen dabei regelmäßig auf: der Rotmilan, auch Gabelweihe genannt, und der Schwarzmilan. Sie sind elegante Flugkünstler, die manchmal mit lautem „Wiiii“ auf sich aufmerksam machen.

Warum der Rotmilan auch Gabelweihe heißt

Man kann die beiden Arten leicht verwechseln, obwohl der Rotmilan größer ist, größer sogar als ein Mäusebussard – aber am Himmel kann man mit Größenunterschieden wenig anfangen. Aber einen deutlichen Unterschied gibt es, den man gerade beim Flug sehr gut sehen kann: Die Schwanzfedern des Rotmilans sind gegabelt. Das brachte dem Vogel auch den Spitznamen Gabelweihe ein. Der Schwarzmilan dagegen hat nur eine sehr undeutliche Gabelung. Das Foto oben zeigt einen Rotmilan, die Gabelung ist gut zu erkennen.

Thementag über Rot- und Schwarzmilan

Wie ich darauf komme? Weil es am Sonntag einen Thementag über Greifvögel im Ökowerk gibt, bei dem die beiden Milan-Arten eine Hauptrolle spielen. Die großen Vögel, die es auch in Berlins und Brandenburgs wilder Natur gibt, verdienen die Aufmerksamkeit, denn zumindest die Gabelweihe ist selten geworden. Von ihr gibt es weltweit nur noch etwa 22.000 Brutpaare, von denen die meisten in Deutschland leben. Der Schwarzmilan, der auf Wasser angewiesen ist, gilt zwar als weltweit häufigste Greifvogelart, aber der Bestand sinkt auch bei ihm leicht. In Europa gibt es noch etwa 150.000 Brutpaare.

Blicke ins Nest der Gabelweihe

Der Thementag widmet sich dem Bestand und möglichen Ursachen des Rückgangs. Es gibt Blicke (mit der Kamera) in die Nester der Großvögel und Erläuterungen zum Verhalten der Milane. Zu den Höhepunkten des Tages gehört die Uraufführung des Dokumentarfilms „Das Jahr des Rotmilans“, den zwei Detmolder Naturfilmer über die Gabelweihe gedreht haben – sie nutzten ganz neue Techniken, um die Tiere aus nächster Nähe aufnehmen zu können.

Faszinierende Greifvögel

Praktischen Unterricht für alle Naturliebhaber gibt es natürlich auch: Regina Höfele befasst sich mit dem Herrscher der Lüfte und dem kleinsten Vogel der Welt. Dabei wird der Flügelschlag unterschiedlicher Vögel, darunter der Eulen wie dem Waldkauz, erforscht und man kann sich das Gewölle angucken – die unverdaulichen Speisereste, die Greifvögel auswürgen und die Aufschluss über ihren Speiseplan geben.

Die Gabelweihe erbeutet kleine Säugetiere

Milane sind Allesfresser. Der Schwarzmilan nimmt gerne auch Aas und Abfälle, die Gabelweihe bevorzugt kleine Säugetiere und Vögel. Deshalb sieht man sie häufig über offenen Landschaften gleiten. Sie kann Beutetiere, auch Fische, im Flug greifen! Grund genug also, sich ihr und ihrem kleineren Verwandten mal etwas gründlicher zu widmen.

17. März, 11-18 Uhr, Ökowerk, Teufelsseechaussee 22, Eintritt 5, Kinder 2 Euro. www.oekowerk.de

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6 thoughts on “Das Geheimnis der Gabelweihe”

  1. mit Interesse habe ich Ihren Beitrag über Gabelweihen gelesen
    Sind diese Vögel Zugvögel?
    Wir beobachten sie in unserem Garten nur in der warmen Jahreszeit.

    Mfg
    S. Rautenberg

    1. Ja, sie sind tatsächlich Zugvögel, die im Oktober in die Winterquartiere in Frankreich, Spanien oder Portugal fliegen, gelegentlich auch nach Nordafrika. Allerdings gibt es immer wieder Rotmilane, die in Deutschland bleiben. Das passiert vor allem in schneearmen Wintern und dort, wo das Nahrungsangebot sehr hoch ist. Herzliche Grüße von Silke Böttcher

  2. Ich lebe in Meersburg a. Bodensee und sehe täglich Rot- und Schwarzmilane um unser Haus und den Bäumen ringsherum fliegen. Ich wollte genau wissen, wen nennt man Gabelweihe. Ich unterscheide sie vom Bussard durch die Schwanzfedern und die rote Farbe wenn das Licht drauf fällt. Danke, dass ich jetzt mehr weiß über Essgewohnheit und dass sie auch Zugvögel sind.

    MfG
    Gerda Brauer

  3. Im Sauerland (NRW) hab ich schon immer Rotmilane gesehen. In diesem Jahr sehe ich sie aber sehr oft. Sie fliegen über unseren Garten, am benachbarten Waldrand und auch weiter verteilt in der Gegend. Im Urlaub habe ich den Vogel auch in Blaubeuren gesehen. Nach der Häufigkeit der Sichtung erscheint er mir gar nicht so selten. Viel seltener sehe ich z.B. Schwarzstörche oder Neuntöter, die ja auch in unserer Gegend leben. Etwas seltener sehe ich Kolkraben, deren Zahl aber auch wieder zunimmt. Das Häufigkeit der Sichtungen kann natürlich am Wohnort oder der Lebensweise der Vögel liegen.

    1. Lieber Herr Sonnemeyer,
      herzlichen Dank für Ihren Hinweis!
      Es gibt tatsächlich regionale Unterschiede. Ich habe gelesen, dass die Zahl der Brutpaare in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern am höchsten ist, in Berlin dagegen ist der Rotmilan selten. Das liegt u.a. daran, dass er offene Landschaften bevorzugt, von denen es hier nicht allzu viele gibt.
      Aber ich freue mich sehr, dass Sie ihn in NRW so häufig sehen, das ist auf alle Fälle eine gute Nachricht!
      Herzliche Grüße von Silke Böttcher

  4. Hallo, habe gerade Heute über dem Britzer Garten 2 Pärchen gesichtet, eines davon scheint in einem der grossen Bäume zu nisten! Sie sind dort häufig zu sehen, amüsant ist der Umstand das sie offensichtlich, im Flug von Krähen „attackiert“ werden!

    Gruss vom Naturfreund

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