Das gibt es nur in Berlin: Ein Punk aus Bronze

"Walkman" von Ludmila Seefried-Matejkowa
"Walkman" von Ludmila Seefried-Matejkowa

Überall in Berlin stehen Skulpturen. Die meisten zeigen Feldherren oder andere Persönlichkeiten. Ich bleibe ja eher selten vor einer stehen. Aber diese auf dem Foto ist so ungewöhnlich, dass ich sie hier mal vorstellen möchte. Wer setzt schon einem Punk ein Denkmal?  

Ludmila Seefried-Matejkova schuf den Punk und seine Freundin

Die Künstlerin Ludmila Seefried-Matejkova hat es getan. Mehrfach. „Walkman“ heißt die Bronze-Skulptur am Hohenzollerndamm in Wilmersdorf (vor dem Bürgeramt nahe der Brienner Straße), die einen Punk mit Lederjacke, grünem T-Shirt und herausforderndem Blick zeigt. Ganz in der Nähe steht (oder besser: liegt) eine weitere Skulptur, die „Schlafende“. Ein Punk-Mädchen, das sich die Jacke übers Gesicht gezogen hat und auf der Straße schläft. Die beiden haben etwas eigenartig Verletzliches an sich.

„Walkman“ gibt es noch ein zweites Mal, an der Admiralstraße in Kreuzberg, Ecke Kohlfurter Straße. Dort sitzt er am Fuße einer Installation namens „Doppelgängeradmiral“.

Nina Hagen und Harald Glööckler aus Terrakotta

Ludmila Seefried-Matejkova, die 1938 in der Tschechoslowakei geboren wurde, lebt seit 1967 in Berlin – sie durfte aus politischen Gründen nicht in ihrer Heimat studieren. Sie befasst sich hauptsächlich mit Menschen, die sie überaus realitätsnah abbildet. Nina Hagen gehört dazu, Harald Glööckler auch – beide aus Terrakotta  erschaffen. Und ein Boxer mit gequältem Blick, eine skeptisch schauende Intellektuelle oder die Primadonna.

Der Punk und andere Menschen am Rand der Gesellschaft

In einem Interview hat Ludmila Seefried-Matejkova mal gesagt, dass es besonders Alltags-Situationen sind, die sie bewegen und inspirieren. Der Kontrast zwischen Reich und Arm zum Beispiel – hier der Bettler, dort der Luxus. Oder Menschen, die am Rand der Gesellschaft leben (wie der Punk). Wenn man ihre Skulpturen in der Stadt sieht, hat man beinahe den Eindruck, sie leben. Den Alltag auf den Straßen bekommen sie jedenfalls hautnah mit.

Weitere besondere Skulpturen in Berlin:

Das Fohlen am Renée-Sintenis-Platz

Ein verlassener Raum am Koppenplatz

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