Das große Abenteuer der jungen Igel

Er sieht klein und schmal aus und irgendwie schon ein bisschen unterernährt. Kaum eine Handvoll Igel, sozusagen. Aber der Winzling ist nicht so hilflos, wie er aussieht. Er ist ein Jungtier, das das Nest verlassen hat und seither für sich selbst sorgt. In der Berliner Natur sieht man die kleinen Tiere im Spätsommer und Herbst ziemlich häufig. Sie sind auf der Suche nach Essbarem.

Igel-Jungtiere brauchen (meistens) keine menschliche Hilfe

Die Kindheit der Igel ist kurz. Schon 40 Tage nach der Geburt brauchen sie die Muttermilch nicht mehr und verlassen das Kinderzimmer. Sie sind in der Lage, sich selbst zu ernähren. Und wenn nicht: Die Mutter ist meistens in der Nähe und kümmert sich um ihr Junges, wenn es Hilfe braucht. Dass die jungen Igel so klein sind, liegt daran, dass sie erst im Spätsommer geboren wurden. Sie haben es nach Auskunft des Nabu zwar nicht ganz so leicht, den Winter zu überstehen wie die Igelgeneration aus dem Frühjahr, aber wenn die Tiere gesund sind, sollte man sie in Ruhe lassen.

Wer einen Jung-Igel findet, der verletzt oder krank ist, sollte ihn zu einem Tierarzt bringen, so Anja Sorges, Geschäftsführerin des Nabu Berlin. Gesunde Jungtiere aber brauchen erst einmal keine Hilfe. Solange es nicht zu kalt ist, finden sie immer noch etwas zu fressen und nutzen die Zeit, sich ein Fettpolster zuzulegen, bevor sie ein Winterquartier suchen.

 Mit Stacheln gegen Angreifer

Mit Menschen kommen die nachtaktiven Igel gut zurecht – kein Wunder, die Tierart existiert schon seit 66 Millionen Jahren und konnte sich in der Zeit an unzählige neue Lebensbedingungen anpassen. Ihr Stachelkleid schützt sie vor Angreifern, die sich manchmal eine blutige Nase holen. Bloß gegen einen sind sie machtlos: das Auto. Der heutige Straßenverkehr ist eine ständige Gefahr für die Tiere.

Igel suchen Winterquartiere in Parks und Gärten

Igel halten sich gern in Parks und Gärten auf, wenn die Menschen Reisighaufen und Laub nicht sofort entfernen, sondern im Winter liegenlassen – dort finden die Tiere Unterschlupf. Igelgerecht sind naturnahe Gärten mit Hecken, Laubhaufen, Steinmauern und vielleicht ein paar Obstbäumen mit übriggebliebenem Fallobst. Wer kein Laub im Garten lassen möchte, der kann für den Wintergast eine gebastelte Igelwohnung aus Holz oder Steinblöcken in einer ruhigen, katzensicheren Ecke des Gartens aufstellen. Mit etwas Glück sieht man dann im Frühjahr ein etwas dünn gewordenes Stacheltier durchs Gras wackeln – auf der Suche nach Fressbarem. Nach vier Monaten Winterschlaf haben Igel nämlich richtig viel Hunger.

Weitere Infos über Igel bei der Fachgruppe Igelschutz das Nabu

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