Die Blaubeere: Das leckere Geheimnis der rosa-gelben Ballons

Blühende Heidelbeere Foto: Silke Böttcher
Blühende Heidelbeere Foto: Silke Böttcher

Sie sehen aus wie zarte Ballons in gelb oder rosa, und wenn man sie sich so anguckt, dann erkennt  man an diesen Blüten man schon das, was mal aus ihnen wird. Und das ist extrem lecker. Kennen Sie nicht? Kennen Sie. Garantiert. Denn das, was da blüht, ist eine Blaubeere. Auch wenn sie von Blau im Moment noch meilenweit entfernt ist.  Viele bezeichnen die Pflanze, die es auch in der Natur in Berlin gibt, auch als Heidelbeere und mögen mir verzeihen, dass ich beim Namen Blaubeere bleibe.

Glänzende Blaubeeren mit himmlischem Geschmack

In Brandenburg gibt es Wälder, deren Boden vollständig von Blaubeerbüschen bedeckt ist. Man kann die maximal kniehohen Pflanzen gut an den knallgrünen, eiförmigen Blättern erkennen, die im Herbst abfallen.  An den Blättern kann man die Blaubeerpflanze auch von der verwandten Preiselbeere unterscheiden: Preiselbeerblätter sind glänzend, dunkler und haben feine Riefen. In dieser Geschichte aber geht es um die Blaubeerpflanze, die gerade blüht. In ein paar Wochen entwickeln sich die kugelrunden, glänzenden Blaubeeren, deren Fleisch dunkelrot ist und winzig kleine Samen enthält.

Gesunde Früchtchen

Blaubeeren enthalten aber noch mehr. Reichlich Vitamine nämlich, von A über B1, B2, B6 und B9 bis C und E, dazu Eisen, Kalzium, Magnesium, Phosphor, Kalium und andere Mineralstoffe. Auch als Heilpflanze ist die Blaubeere ein Multitalent, das Gerbstoffe und Pektine enthält und gegen Durchfall, Entzündungen im Mund, Magengeschwüre und einiges mehr hilft.  Füchse zum Beispiel lieben die Pflanze als Nahrungsquelle im Winter, und einige teilweise sehr seltene Schmetterlingsarten leben auch von ihr. Bei den wilden Blaubeeren wird manchmal  gewarnt, dass an ihnen die Eier des Fuchsbandwurms haften könnten. Bewiesen ist das nicht, aber wer sicher gehen will, sollte die Beeren vor dem Genuss kochen.

Die Vorliebe der Blaubeere für saure Böden

Blaubeeren sind Nordländer, die saure Böden lieben, wie es sie zum Beispiel in Moorlandschaften oder lichten Wäldern mit ausreichend Schatten gibt. Und weil sie so extrem lecker sind, werden sie schon lange kultiviert. In Brandenburg gibt es Selbstpflück-Gärten (zum Beispiel in Klaistow oder Beelitz-Heilstätten), in denen die Pflanzen in langen Reihen stehen und im Sommer auf Liebhaber warten. Die Kulturheidelbeeren wachsen deutlich höher als die wilden Verwandten – man kann die Beeren bequem im Stehen ernten.

Ein weiterer Unterschied ist die Farbe des Fruchtfleisches: Es ist weiß und nicht dunkelrot wie die Wildform. Der Geschmack ist bei beiden Arten ähnlich, und wenn man die Kulturheidelbeeren zu Kuchen verarbeitet, dann färben sie den Teig genauso blau wie ihre wilden Verwandten. Schließlich gehört es dazu, dass nach der Blaubeerschlemmerei Finger und Zunge knallblau sind…

Ähnlicher Artikel:

Hommage an ein rotes Früchtchen

815 total views, 2 views today


2 thoughts on “Die Blaubeere: Das leckere Geheimnis der rosa-gelben Ballons”

    1. Hallo, Roki,
      in Berlin sind sie tatsächlich eher selten, aber zum Beispiel in der Schorfheide und im Naturpark Dahme-Heideseen gibt es Blaubeerwälder (meistens sind es nicht zu schattige Kiefernwälder). Ganz genaue Stellen kann ich leider nicht nennen.
      Wenn keine Früchte an den Pflanzen sind, könnte es daran liegen, dass der Boden zu trocken oder alkalisch ist (Wildheidelbeeren lieben leichte, humose, nährstoffarme und saure Böden). Auch Immissionen zum Beispiel durch Schwefeldioxid vertragen die Pflanzen nicht.
      Liebe Grüße von Silke

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Copyright © 2012-2017 Silke Böttcher · Wildes Berlin · All Rights Reserved

Facebook
thomas davisthomas davis