Das Rotkehlchen und der Winter

Rotkehlchen
Rotkehlchen Foto: Eberhard Müller

Während die Zugvögel schon seit Wochen im warmen Süden sind, beginnt für Daheimgebliebene wie das Rotkehlchen eine harte Zeit. Viel zu fressen gibt es nämlich im Winter nicht. Insekten, von denen es sich sonst hauptsächlich ernährt, sind verschwunden und der Vogel muss seinen Speiseplan auf vegetarische Kost umstellen. Besonders begehrt sind die Früchte und Beeren von Efeu, Pfaffenhütchen, Schneeball und anderen Sträuchern.

Vorliebe für die Körner aus dem Futterhäuschen

Das Rotkehlchen gehört aber zu den ersten, die die frisch aufgestellten Futterhäuschen in Gärten und auf Balkonen entdecken. Kaum sind die Körnchen aufgestreut, ist es da – irgendwie muss sich die neue Nahrungsquelle herumsprechen.

Keine Angst vor dem Menschen: das Rotkehlchen

Erkennen kann man das Rotkehlchen sofort, denn es trägt den Grund seines Namens direkt unter dem Schnabel: einen orangeroten Fleck. Der Rest des etwa 14 Zentimeter großen Vogels ist grau und weiß, die Statur rundlich. Großen Respekt vor Menschen hat der Vogel nicht, man muss schon ziemlich nah herankommen, um ihn aufzuscheuchen.

Begabter Sänger

So spektakulär wie sein Äußeres ist auch die Stimme des Rotkehlchens. Ein perlender Gesang mit Strophen wie „zik-zik-zik“, der vor allem in der Morgendämmerung zu hören ist – am ehesten in Wäldern oder in Parks mit vielen Bäumen und Büschen. Bodenbewuchs ist wichtig, denn das Rotkehlchen baut sein Nest in Bodennähe, etwa im Gebüsch oder in Mauerlöchern. Auch naturnahe Gärten sind geeignete Brutreviere für den Vogel, der manchmal schon im Dezember mit der Balz beginnt. Artgenossen, die den Winter weiter südlich verbringen (der Vogel ist ein Kurzstreckenzieher), beginnen damit etwas später.

Rotkehlchen: Gefahren durch intensive Landwirtschaft

Auch wenn das Rotkehlchen nicht zu den gefährdeten Arten gehört (bei der Stunde der Gartenvögel 2013 landete es auf Platz 12), nimmt sein Bestand vielerorts durch intensive Landwirtschaft und Flurbereinigung ab. Dass jedes Jahr Tausende von Rotkehlchen und anderen Singvögeln in Südeuropa in den Netzen von Vogelfängern enden, ist eine andere, grausame Geschichte. Dabei spielte der Vogel schon bei den alten Germanen eine bedeutende Rolle: Man sah ihn als Träger der Sonne und als Schützer des Hauses.

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