Das Schneeglöckchen – Frühlingsbote mit Frostschutz

Schneeglöckchen
Schneeglöckchen
 

Frühling kann man das da draußen ja noch nicht nennen. Aber trotzdem blüht es in der Berliner Natur schon. Hier und da. Ein bisschen. Zu den ersten (neben den kürzlich schon erwähnten Winterlingen) gehört auch das Schneeglöckchen, das ein echter Überlebenskünstler ist. Das zeigt zum Beispiel sein  Spitzname Schnee-Durchstecher.

Schneeglöckchen: Biowärme und Zucker gegen Kälte

Tatsächlich gräbt sich die kleine Pflanze durch den Schnee ans Licht. Sie nutzt dafür sogenannte Biowärme. Bis zu zehn Grad produziert sie – genug, um den Schnee rund um ihren Stängel wegzuschmelzen. Aber das Schneeglöckchen hat noch weitere Methoden gefunden, sich vor  Frost zu schützen. Eine ist, so simpel wie genial, ihre Form. Die drei großen Blütenblätter hängen fast senkrecht und sorgen dafür, dass Schnee einfach abrutscht.

Hüllblätter schützen die Blüte

Aber das reicht der Pflanze nicht aus, denn gegen Frost würde es nicht helfen. Deshalb bildet sie Hüllblätter aus, die die Spitze des Sprosses umschließen und sich erst öffnen, wenn die Blüte aufgeht. Außerdem lagert sie in ihren Zellen zuckerhaltige Substanzen ein, die den Gefrierpunkt ihres Zellplasmas verringern. Diese Methode ist vergleichbar mit dem Frostschutzmittel, das Autofahrer in die Scheibenwaschanlage füllen.

„Hübsches Februar-Mädchen“

„Snowdrop“ nennen die Engländer das zart duftende Schneeglöckchen – Schneetropfen. Die Franzosen sagen „perce-neige“ (Schneedurchbohrer), und der Volksmund hat noch weitere Spitznamen für das etwa 20 Zentimeter hohe Amaryllisgewächs: Hübsches Februar-Mädchen etwa, Schniekieker (Schneegucker) oder – etwas respektlos – Weißglatze. Hübsch ist die Pflanze tatsächlich, mit ihren drei schlanken Blütenblättern, die drei kürzere Blätter mit grüner Bänderung umgeben.

Schneeglöckchen: In der wilden Natur sehr selten

Kein Wunder, dass das Schneeglöckchen eine beliebte Pflanze im noch kahlen Spätwinter-Garten ist. In der wilden Natur dagegen sieht man es leider heute kaum noch: Es steht auf der Liste der gefährdeten Arten.

 

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