Das Veilchen – ein zarter Frühlingsbote

Hunds-Veilchen Foto: Silke Böttcher
Hunds-Veilchen Foto: Silke Böttcher

Es gibt Pflanzen, die auf den ersten Blick so spektakulär sind, dass man sie nie übersehen könnte. Naja, fast nie. Mancher gestresste Großstädter würde vermutlich sogar an einem Adonisröschen vorbeigehen. Die Pflanze, um die es heute geht, die übersieht man aber oft auch dann, wenn man genau hinschaut. Das Veilchen ist eine Schönheit für den zweiten Blick.

Veilchen blühen zwischen März und Juni

Die bekanntesten Veilchen-Arten sind das Wohlriechende und das Hundsveilchen, das Foto zeigt die zweite Variante. Ein Gewächs, das auch in Berlin heimisch ist – sehr häufig aber ist es nicht. Das Hundsveilchen liebt saure Lehmböden und steht am liebsten auf Heideflächen oder in lichten Frühlingswäldern. Auch an Wegrändern kann man ihm zwischen März und Juni begegnen. Es ist ein Winzling von maximal 20 Zentimetern Höhe, mit herzförmigen Blättern und wunderschönen zartvioletten Blüten.

Auch das Stiefmütterchen gehört dazu

Ungefähr 500 Veilchen-Arten gibt es weltweit, zu den bekannteren zählt übrigens auch das Stiefmütterchen. Das Usambaraveilchen allerdings gehört trotz des Namens nicht zur Gattung der Veilchen – den Namen bekam es, weil die ersten Arten die typische Veilchenfarbe (violett) hatten. Allen Veilchen gemeinsam sind die länglichen Früchte, in denen viele eiförmige Samen stecken. Die Blütenformen ähneln sich und sind trotzdem sehr unterschiedlich. So manche Art kann man in Gärten sehen, andere blühen unbemerkt im Frühlingswald.

Der zarte Duft des Wohlriechenden Veilchens

Wer ein Wohlriechendes Veilchen entdeckt und die Nase dranhält, der wird sich in den zarten Duft verlieben und vielleicht das Gefühl haben, dass er ihn kennt. Tatsächlich werden das Wohlriechende und das Parma-Veilchen (eine kultivierte Veilchenart) in der Parfümherstellung verwendet – ähnlich wie auch die Heckenrose. Allerdings nutzt man heutzutage weniger das Absolue (den hochkonzentrierten Duftstoff) aus den Blüten, sondern eher den Duft aus den Blättern – und zudem werden die Wurzeln verwendet.

Likör mit Veilchen-Aroma

Die Duftveilchen spielen auch in der Naturheilkunde eine Rolle: Ihr Duft wird in der Aromatherapie eingesetzt, und manche aromatisieren zudem Liköre mit dem Veilchen-Aroma (das von mir bisher nicht getestete Resultat heißt „Crème de Violette“).

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