Dem Lärm auf der Spur

Dass Lärm krank macht, ist keine neue Nachricht. Leider haben sich Großstädter so an ihn gewöhnt, dass sie ihn oft gar nicht mehr bewusst wahrnehmen. Entrinnen kann man ihm kaum, denn sobald man sich die Ohren zuhält, bekommt man Probleme, sich zu orientieren.  Deshalb finde ich das Angebot des Nabu am 9. Mai auch so spannend: ein Lärmspaziergang mit dem Nabu durch den Weddinger Sprengelkiez.

Der alltägliche Lärm in Berlin

Stellen Sie sich mal folgende Situation vor: Sie stehen an einer stark befahrenen Straße. Lkw donnern vorbei, Autofahrer hupen und geben Gas. Ein paar Meter weiter lädt ein Lastwagen Steine für Straßenbauarbeiten ab – sie rollen über das Metall der Ladefläche und donnern auf den Asphalt. Man könnte das noch weiter spinnen: Hundegebell, quietschende Autobremsen und ein Flugzeug am Himmel…. Die Reaktion: Stress.

Die schlimmsten Lärm-Verursacher

Zu den schlimmsten Lärmquellen in Berlin zählen nach Angaben der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt  Baustellen, mobile Maschinen wie Laubbläser, Flug-, Schienen- und Straßenverkehr. Wobei Letzterer der Hauptverursacher ist. Immerhin gibt es seit einigen Jahren Lärmaktionspläne. Infos unter folgendem Link.

Gesundheitliche Risiken

Lärm nervt nicht nur, sondern erhöht auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck und Allergien. Außerdem kann er Schlafstörungen und Schwerhörigkeit verursachen. Und er soll sogar dick machen, wie schwedische Wissenschaftler gerade festgestellt haben. Das Schlimmste ist, dass man dem Lärm in der Stadt nicht entgehen kann: Die Augen kann man zumachen, die Ohren nicht. Nicht umsonst gibt es seit ein paar Jahren immer Ende April den Tag gegen Lärm.

Lärmspaziergang durch den Sprengelkiez

Beim Lärmspaziergang erfährt man, was der Senat zum Lärmschutz vorhat und was Betroffene selbst tun können, um Fördermittel beispielsweise für lärmdämmende Fenster zu bekommen. Es geht um den Moment, in dem man anfängt, ein Geräusch als Lärm zu empfinden. Und darum, Orte zu finden, an denen man angenehme Geräusche hören kann.

Vogelgesang als Kontrastprogramm zum Lärm

Begleitet werden die Spaziergänger vom Lärmexperten Michael Jäcker-Cüppers (Vorsitzender des Arbeitsringes Lärm der Deutschen Gesellschaft für Akustik – kurz DEGA) und von Vertretern des Verkehrsclubs Deutschland (VCD).  Es geht zur stark befahrenen Müllerstraße, aber auch in ruhige Bereiche des Kiezes, um die Unterschiede deutlich spürbar zu machen. Aber auch sehr angenehme Geräusche spielen eine Rolle beim Spaziergang: Am Nordufer erklären Experten des Nabu die Stimmen der heimischen Vögel, die es sogar an manchen stark befahrenen Orten in der Stadt schaffen, den Verkehrslärm zu übertönen. Jedenfalls für ein paar Sekunden….

Termin: 9. Mai, 17 Uhr, Treffpunkt Müllerstraße/Ecke Lynarstraße. Anmeldung ist nicht erforderlich

Übrigens: Wer sich abends gerne mal ein Vogelkonzert gönnen möchte, der kann noch bis 27. Mai dienstags von 18 bis 20 Uhr bei der Vogelstimmenführung unter dem Titel „After Work Birding“ dabeisein. Diese Veranstaltung war im vergangenen Jahr schon mal Thema dieses Blogs

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