Der Eichelhäher – fliegender Wächter im Wald

Eichelhäher mit Erdnuss Foto: Eberhard Müller
Eichelhäher mit Erdnuss Foto: Eberhard Müller

Da geht man friedlich durch die Berliner Natur – und plötzlich kreischt oben im Baum etwas los. Womit klar wäre: Unentdeckt bleibt man als Wanderer nicht, wenn sich ein Eichelhäher in der Nähe aufhält. Mit seinem lauten ratschenden „schää-schäää“ lässt er alle anderen Waldtiere wissen, dass hier ein potenzieller Feind unterwegs ist.

Der Eichelhäher ist ein geschickter Stimmenimitator

Dass der Eichelhäher ein Singvogel ist, kann man sich angesichts seines Alarmrufs kaum vorstellen. Aber er kann auch anders.  Er liebt es, Vogelstimmen nachzuahmen – und das so gekonnt, dass auch schon mal Wissenschaftler darauf hereinfallen. Am häufigsten (abgesehen vom Zetern) hört man sein langgezogenes „piuu“, das man leicht mit einem Bussard-Ruf verwechseln kann.

Auffälliges Gefieder

Vom Aussehen her ist der Eichelhäher, der zu den Rabenvögeln gehört, absolut unverwechselbar. Sein Gefieder ist rosa-braun und hat sehr auffällige schwarz-blaue Federn am Flügel. Am Kopf trägt er einen schwarzen „Bart“, der wie die Verlängerung des Schnabels wirkt. Auch die Flügelspitzen haben schwarze und weiße Flecken. Als Kind habe ich mal eine der schwarz-blau gestreiften Federn gefunden und sie jahrelang aufbewahrt. Sie ist wirklich eine der schönsten in der heimischen Vogelwelt!

Häufiger Vogel in Berlin

Sehen kann man den Eichelhäher häufig – bei der Stunde der Wintervögel im Januar kam er mit 9285 gezählten Tieren auf Platz 20. Und wirklich scheu ist er nicht. Auch in Gärten lässt er sich gerne sehen, schließlich ist er schlau genug zu vermuten, dass es dort Essbares gibt. Meistens hat er Recht und entdeckt irgendwo Nüsse oder Beeren. Aber er verschmäht auch den Inhalt des Futterhäuschens nicht. Das ist der Moment für Naturliebhaber wie meinen Vater, der die Kamera geholt und die schönen Bilder vom Eichelhäher gemacht hat.

Seine Lieblingsspeise aber trägt der Vogel im Namen. Wie auch das Eichhörnchen vergräbt er die Früchte im Herbst in der Erde, als Vorrat für den Winter. Vieles findet der Eichelhäher wieder, anderes vergisst er und „züchtet“ damit neue Eichen.

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2 thoughts on “Der Eichelhäher – fliegender Wächter im Wald”

  1. Für mich sind Eichelhäher die „Kriminellen“ unter den Vögeln, spätestens seit einer von ihnen das Gelege eines Gartenrotschwanzes auf unserem Balkon gefressen hat. Noch heute sehe und höre ich das traurige Gejammer des kleinen Vogels, und nie wieder hat sich bei uns ein Vogel trotz aller Vorsichts- und Schutzmaßnahmen „angesiedelt“. Eichelhäher verbreiten, so meine Beobachtung, mit ihrem nervös-unruhigen, auch lauernden Verhalten Unruhe und Panik unter den kleinen Vögeln. Außerdem sind sie, im Vergleich zu ihren Verwandten, den Krähen, ausgesprochen feige.

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