Der erste Zitronenfalter des Jahres

Gestern habe ich den ersten Zitronenfalter des Jahres gesehen. Er wirkte ein bisschen aus der Zeit gefallen –  viele Blumen findet er in der Berliner Natur ja auch noch nicht. Der Schmetterling, der mir begegnet ist, hatte ein paar Primeln vor einem Blumengeschäft entdeckt. Immerhin. Aber jetzt blüht die Stadt jeden Tag ein bisschen mehr auf – die Zeiten werden also besser (nicht nur) für Schmetterlinge.

Im April werden die Eier abgelegt

Dass man den Zitronenfalter so kurz nach dem Winter schon sieht, liegt daran, dass er mit Hilfe eines Frostschutzmittels aus Glycerin, Eiweiß und Sorbit die Kälteperiode überstanden hat – diese Fähigkeit habe ich vor einiger Zeit schon in diesem Blog beschrieben. Auch minus 20 Grad machen dem zarten Geschöpf nicht viel aus, und sobald es warm wird, ist er eines der ersten Insekten, die unterwegs sind. Schon im April (dieses Jahr möglicherweise etwas später) legt er Eier an die Knospen von Pflanzen, und im Mai schlüpfen knallgrüne, äußerst gut getarnte Raupen, die sofort anfangen, ihr Kinderzimmer – also das Blatt, an dem das Ei abgelegt worden war,  aufzufressen.

Der Zitronenfalter hat eine Vorliebe für rotviolette Blüten

Selten sind Zitronenfalter glücklicherweise noch nicht, aber in der Großstadt finden sie weniger Nektarpflanzen als auf dem Land. Wer ihnen helfen möchte, der sollte im Garten oder auf dem Balkon rotviolett blühende Blumen wie den Blutweiderich, Acker-Kratzdistel oder Sommerflieder anpflanzen. Die locken nicht nur die gelben Falter, sondern auch noch so seltene Schmetterlinge wie den Kleinen Fuchs, den Admiral und das Tagpfauenauge an.

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