Der Gemeine Weichkäfer und seine dunkle Vergangenheit

Gemeiner Weichkäfer Foto: Silke Böttcher
Gemeiner Weichkäfer Foto: Silke Böttcher

Käfer machen es einem nicht leicht mit der Bestimmung. Sie sind meist kleiner als Schmetterlinge und unterscheiden sich manchmal nur in winzigen Details. Und wenn man dann mit einem Bestimmungsbuch dasitzt – halten sie einfach nicht still. Dieser hier aber war zumindest eine Weile damit beschäftigt, nicht vom Grashalm  zu fallen. Und so reichte die Zeit für ein Foto. Und dafür, seine Identität zu verraten: Es ist ein Gemeiner Weichkäfer.

Der Gemeine Weichkäfer frisst Pflanzen und Insekten

Das Insekt, das es auch in Berlin gibt, wird ungefähr anderthalb Zentimeter lang. Seine Flügeldecken sind schwarz, Teile des Kopfes, die Seiten und Teile der Beine sind rot. Den Namen trägt der Käfer, weil sein Körper inklusive des Chitinpanzers weich ist. Der Gemeine Weichkäfer auf dem Foto war im Naturschutzpark Marienfelde unterwegs. Die Wiesen dort – ungemäht und artenreich – sind ein idealer Lebensraum für Insekten wie ihn. Aber auch an Waldrändern und auf Feldern kann man ihn sehen. Der Gemeine Weichkäfer sucht (und findet) dort nicht nur Pflanzenteile, Nektar und Pollen, sondern auch kleine Insekten als Nahrungsquelle.

Rabiate Larven

Die Larven des Käfers leben am Boden und ernähren sich hauptsächlich von Würmern und Insekten. Dabei gehen sie ziemlich rabiat vor: Sie beißen ihre Opfer und injizieren ihnen ein Gift, das sie tötet.

Der Gemeine Weichkäfer verpuppt sich sechsmal

Bevor der Gemeinen Weichkäfer so aussieht wie auf dem Foto, muss er sechs Verpuppungen durchstehen und einen Winter, den er unter Laub am Boden verbringt. Besonders kälteempfindlich ist er als Larve nicht: An nicht allzu kalten Tagen ist er sogar im Winter zu sehen. Im Mai (also jetzt) hat er seine letzte Verwandlung vollendet.

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