Der Grunewald ist das Waldgebiet des Jahres 2015

Grunewald
Alte Eiche und Totholz im Grunewald Foto: Silke Böttcher

Die Tiere und Pflanzen des Jahres 2015 waren ja schon Thema dieses Blogs – aber ein Geehrter fehlt noch: der Grunewald. Er ist das Waldgebiet des Jahres. Und deshalb hat er heute mal ein bisschen Aufmerksamkeit verdient. Und ein kleines Porträt.

Der Grunewald und seine Seen

Der Wald im Südwesten Berlins ist ungefähr 3000 Hektar groß und liegt zwischen Havel, Heerstraße, Clayallee, Argentinische Allee und Bundesstraße 1. An seinem Rand liegen Grunewaldsee, Riemeisterfenn, Krumme Lanke und Schlachtensee, und auch Berlins höchste Erhebung (Berg klingt ein bisschen zu hoch dafür) findet sich hier: der 120,1 Meter hohe Teufelsberg (er ist damit 5,4 Meter höher als der Große Müggelberg). Markant ist auch die Halbinsel Schildhorn mit dem Jaczko-Denkmal.

Alte Bäume und verlandende Seen

Vor allem Kiefern und Eichen stehen im erstaunlich hügeligen Grunewald, aber es gibt auch Buchen, Hainbuchen, Erlen und Birken, darunter auch sehr alte Bäume. Besonders reizvoll sind der Bars-, der Pechsee und das Teufelsfenn – allesamt verlandende (und verlandete) Seen. Sie sind wertvolle und eingezäunte Schutzgebiete, die so empfindlich sind, dass man sie nicht betreten darf.

Teile des Waldes sind Natura-2000-Schutzgebiet

Neben den Moorgebieten gibt es im Grunewald Trockenrasen, Dünen und Heideflächen, und diese Vielfalt ist auch der Grund dafür, dass ein Teil des Grunewaldes zum Natura-2000-Schutzgebiet erklärt wurde (Natura 2000 ist ein europaweites Netz von Schutzgebieten, Infos gibt es unter dem blau unterlegten Link).

Seltene Pflanzen und Tiere

Zu den seltenen Pflanzen des Grunewaldes gehören das Blaugrüne Schillergras und die Kleine Wiesenraute, und auch viele geschützte Tiere wohnen hier, darunter die Fledermaus-Arten Braunes Langohr, Großer Abendsegler, Fransen- und Breitflügelfledermaus. Außerdem haben die Zauneidechse und zwei äußerst seltene Käfer, der Eremit und der Heldbock, hier einige Rückzugsflächen. Sehr besonders ist auch der Wespenbussard, von dem es in Berlin nur etwa sechs Brutpaare gibt. Seinen Namen verdankt er der Tatsache, dass er sich hauptsächlich von Wespen ernährt.

Spagat zwischen Naturschutz und Forstnutzung

Schon seit 1963 ist der Grunewald ein Landschaftsschutzgebiet. Als Ausflugsgebiet wird er aber schon viel länger genutzt – bis zu 100 Millionen Menschen nutzen pro Jahr sein dichtes Netz aus Wegen und Pfaden. Dass im Grunewald der Spagat zwischen Naturschutz und Forstnutzung gelingt, hat den Bund Deutscher Forstleute dazu gebracht, das Gelände zum Waldgebiet des Jahres 2015 zu küren.

Wanderwege im Grunewald

Übrigens: Zu den schönsten Wanderwegen im Grunewald gehört der Havelhöhenweg zwischen S-Bahnhof Pichelsberg und Bahnhof Nikolassee. Wer ihn gehen möchte, findet unter dem blau unterlegten Link Informationen und die Streckenführung. Auch vom Schmetterlingsplatz hinter dem S-Bahnhof Grunewald aus starten Wege, und von der Havelsseechaussee aus ebenfalls.

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