Der Habicht ist Vogel des Jahres 2015

Habicht Vogel Greifvogel Vogel des Jahres 2015
Habicht im Flug Foto: Nabu/M. Varesvuo

Eine Krone für den Habicht: Der schöne Greif wurde gerade vom Nabu und dem Landesbund für Vogelschutz zum Vogel des Jahres 2015 gekürt. In Berlin ist er mir bisher eher selten begegnet. Bei der Stunde der Gartenvögel 2014 wurden gerade mal zehn Paare in Berlin gezählt, etwa 100 brüten in der Stadt. Und auch deutschlandweit ist seine Zahl mit etwa 16.500 Brutpaaren nicht sehr hoch. Schuld ist, wie so oft, der Mensch.

Der Habicht wird immer noch illegal gejagt

Der nämlich hat den Habicht lange Zeit erbarmungslos gejagt, weil zu den Beutetieren des Greifvogels auch Hausgeflügel und Brieftauben gehören und weil ihn Jäger als Konkurrenten bei der Jagd auf Fasane, Rebhühner und Hasen sehen. Und auch heute noch wird er illegal verfolgt – vergiftet, angeschossen oder in Fallen bzw. Fangkörben eingefangen, obwohl die Jagd auf den Habicht seit den 1970er Jahren verboten ist. Die Wahl zum Vogel des Jahres 2015 soll auf die Schutzwürdigkeit des schönen Jägers aufmerksam machen.

Das Weibchen ist größer als das Männchen

Der Habicht ist ein scheuer Waldvogel, den man nur selten zu Gesicht bekommt, weil er am liebsten in dichten Wäldern unterwegs ist. Er ist ungefähr so groß wie der Mäusebussard, aber kräftiger gebaut und hat einen langen Schwanz. Die Vorderseite des Vogels ist weiß-dunkel gebändert, die Rückseite ist dunkel. Jungvögel haben eine senkrechte Zeichnung, die an Tropfen oder Striche erinnert. Die Augen sind gelb bis orange gefärbt. Weibchen sind um einiges größer, sie werden bis zu 60 Zentimeter lang, Männchen kommen nur auf etwas über 50 Zentimeter. Die Flügelspannweite liegt bei 115 Zentimetern (Weibchen) bzw. 100 Zentimetern (Männchen).

 Geschickter Jäger

Der Greifvogel ist ein geschickter und wendiger Jäger, der bei kurzen Strecken sehr schnell wird. Auch im dichten Unterholz kann er problemlos jagen. Hoch oben am Himmel kreisen sieht man ihn dagegen selten. Wenn er auf Beutefang ist, sucht er sich einen versteckten Platz, um die Umgebung zu beobachten. Sobald er ein Beutetier sieht, stürzt er los, dicht über Hindernisse hinweg und immer in Deckung. Hauptbeute sind mittelgroße Vögel, Ratten und Kaninchen – vor allem geschwächte, kranke oder unerfahrene Tiere werden gefangen.

Habicht-Paare bleiben ein Leben lang zusammen

Die Paarungszeit des Habichts beginnt schon im späten Winter, und das ist auch die Zeit, in der man den Vogel sehen kann – am ehesten in Waldgebieten. Der Balzflug – bestehend aus Sturz- und Zickzack-Flügen ist grandios. Die Paare bleiben ein Leben lang zusammen und teilen sich die Arbeit beim Brutgeschäft: das Männchen kümmert sich um das Essen, das Weibchen ums Brüten und Wärmen. Der Nachwuchs braucht allerdings nur etwa 45 Tage, bis er fliegen kann.

In Berlin leben nach Angaben des Nabu etwa 100 Brutpaare – mehr als in den meisten deutschen Großstädten. Am ehesten sieht man den Vogel in Parks, auf Friedhöfen und natürlich in den Wäldern. Wer mehr über den Habicht wissen möchte, kann sich beim Nabu unter dem blau unterlegten Link Broschüren, Plakate und mehr bestellen. Auch ein Infoblatt zum Thema Illegale Greifvogelverfolgung gibt es dort. Wichtig: Wer Fallen oder vergiftete bzw. angeschossene Greifvögel entdeckt, kann den Nabu unter der Hotline 030/284984-1555 oder unter www.nabu.de/verfolgung-melden informieren. Die Hotline ist werktags von 9-18 Uhr und am Wochenende von 15-18 Uhr geschaltet.

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3 thoughts on “Der Habicht ist Vogel des Jahres 2015”

  1. Hallo Frau Böttcher:-)

    Der Habicht ist ein seltener Vogel…nur nicht in Berlin. Hier gibt es eigentlich fast in jedem größeren Park Brutpaare…soweit ich weiß gute 100 Paare allein in Berlin.

    Gruß Stephan

  2. Hallo Frau Böttcher,
    nachdem ich gleich heute früh quasi als Weckruf meinen Nachbar-Habicht gehört habe, unterstreiche ich mal ganz dick, was Stephan schon im Dezember geschrieben hat: Sie schreiben im Vorspann, Habichte sind in Berlin eher selten – das ist schlicht falsch: Habichte sind in Berlin nicht selten, sondern wir haben hier eine enorm große Siedlungsdichte (gem. Nabu „eine der höchsten Siedlungsdichten weltweit“).
    Natürlich gibt es in Berlin mehr Spatzen oder Meisen als Habichte, aber das liegt ja in der Natur der Sache und ist völlig normal. Die Zähl-Ergebnisse aus der Stunde der Gartenvögel sind für eine solche Einschätzung völlig ungeeignet – abgesehen davon, dass es eben gar nicht so viele Habichte geben kann, sind es clevere heimliche Jäger, die gewiss nicht freiwillig zur Zählung im Garten antreten 😉
    Wir sind die Habicht-Hauptstadt!
    Viele Grüße
    Tine

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