Der Herbst als Künstler

Wilde Möhre Foto: Silke Böttcher
Wilde Möhre Foto: Silke Böttcher

Dass der Herbst bunt ist, weiß ja jeder. Aber er ist auch sehr einfallsreich. Das fängt an mit den kecken Eichel-Hütchen, geht weiter mit stacheligen Fruchthüllen und hört mit den Pflanzenskeletten nicht auf, die man überall dort in der Berliner Natur sehen kann, wo Wiesen im Herbst nicht gemäht werden. Grund genug, dem Herbst als Künstler mal ein Denkmal zu setzen.

Herbst als Künstler: Wunderkerzen aus Blütendolden

Es lohnt sich, mit offenen Augen durch die Natur zu gehen, denn die Kunstwerke sind oft klein und erst auf den zweiten Blick zu bemerken. Besonders dekorativ sind in dieser Zeit Doldenblütler wie die Wilde Möhre, der Fenchel oder der giftige Schierling. Aus den ehemaligen Blüten sind kleine Sterne geworden, die wie eine Wunderkerze aussehen.

Stachelfrüchte und zarte Haare

Echte Kunstwerke sind auch die stacheligen Fruchtstände von Klette und Wilder Karde, die an der Pflanze bleiben, bis sie komplett trocken sind. Sie machen sich gut als Deko in Trockensträußen. Andere Gewächse setzen auf wilde „Frisuren“, etwa die Gold-Waldrebe, deren Fruchtstand aus unzähligen weißen Federhärchen besteht.

Geflügelte Samenkapseln

Beim Ahorn wiederum bilden sich wunderschöne geflügelte Samenkapseln, die vom Wind weit verbreitet werden. Bei der Schwarzerle wiederum sind es kleine Zapfen und bei den Engelwurz-Gewächsen Dolden mit kleinen talerförmigen Samen. Eindrucksvoll sind auch die Bucheckern-Hüllen, mit denen man gut basteln kann. Und die Gräser, die im Sommer im Meer der Naturfarben ein bisschen untergegangen sind – jetzt fallen ihre Blütenstände richtig auf.

Zarte Pflanzenskelette

Wie manche Pflanzen den Winter überstehen, war ja schon mal Thema dieses Blogs. Aber es gibt auch Gewächse, die nur einen Sommer lang leben. Sobald sie ihre Samen verbreitet haben, ist ihre Arbeit getan und sie gehen langsam ein. Stehen bleiben Stängel und vertrocknete Blütenstände, die manchmal den ganzen Winter durchhalten. Und der spielt irgendwann auch noch kräftig mit: mit Mustern aus Raureif und Eis.

 

Ähnliche Geschichten:

Knospen im Winter

Filigrane Kunst


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Copyright © 2012-2018 Silke Böttcher · Wildes Berlin · All Rights Reserved