Der Kaisermantel gibt sich die Ehre

Kaisermantel Foto: Eberhard Müller
Kaisermantel Foto: Eberhard Müller

Dieser Schmetterling gehört zu den ganz seltenen Arten in Berlin und Brandenburg. Und das macht die Begegnung mit dem Kaisermantel zu einem großen Glück. Allzu lange ist er allerdings nicht mehr unterwegs, denn im Schnitt fliegt er zwischen Mitte  Juni und Mitte September. Die leuchtend orangefarbenen Flügel mit den braunen Flecken und Linien haben dem Edelfalter seinen Namen eingebracht – und sie sind auch der Grund, warum man den Kaisermantel überhaupt sieht: Er gehört zu den auffälligsten Schmetterlingen, die in Deutschland unterwegs sind.

Der Kaisermantel liebt es sonnig

Etwa sechs Zentimeter Flügelspannweite hat das hübsche Insekt, das zu den Sonnenanbetern gehört. Es liebt sonnige Waldränder und -lichtungen, an denen viele Blumen stehen und es auch Wasser gibt. Besonders Skabiosen, Disteln, Wasserdost und Brombeeren haben es ihm angetan. Aber auch die Winterlinde mag er sehr.

Feinschmecker mit Vorliebe für Veilchen

Für die Paarung setzt der Falter auf einen Trick. Das Männchen hat Duftschuppen an den Flügeln, die einen Lockstoff abgeben, der für das Weibchen unwiderstehlich ist. Die Eier werden anschließend in Ritzen an den Stämmen von Bäumen abgelegt – bevorzugt solchen, in deren Nähe Veilchen wachsen. Denn die brauchen die Raupen als Nahrung. Allerdings erst im nächsten Jahr.

Der Kaisermantel frisst nur bei Dunkelheit

Wenn die Raupen im Spätsommer schlüpfen, bleiben sie am Baum und überwintern dort. Im nächsten Jahr kriechen sie zu den Veilchen. Wer sie dort sehen möchte, muss nachts kommen, denn sie fressen nur bei Dunkelheit.  Ende Mai beginnen sie mit der Verpuppung – und die nächste Generation des Kaisermantels macht sich auf den Weg.

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2 thoughts on “Der Kaisermantel gibt sich die Ehre”

  1. Der Kaisermantel gehört hier bei mir in Hessen zu den häufigen Schmetterlingen.
    Er mag es eigentlich gar nicht sonnig. Als einer der wenigen Tagfalter bevorzugt er den schattigen Wald

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