Der Kälteschutz der Kaiserpinguine

Gerade schimpfen wir darüber, dass der Frühling schon wieder den Rückwärtsgang eingelegt hat. Der Schuldige heißt Xaver und ist ein Tiefdruckgebiet, das sogar Schnee gebracht hat. Darüber freuen werden sich wohl nur die Eisbären im Zoo. Und die Kaiserpinguine. Denen macht Kälte nämlich überhaupt nichts aus. Das erinnert mich an eine Tierart, die genauso kälteresistent ist – und über die gerade intensiv geforscht wird. Die Kaiserpinguine, die in der Antarktis leben, kommen selbst mit Temperaturen von durchschnittlich minus 40 Grad bestens zurecht.

Kaiserpinguine sind Meister der Anpassung

Die Evolution hat bei den Kaiserpinguinen Meisterarbeit geleistet. Die Vögel haben dank ihrer besonders hohen Zahl kurzer Federn ein besonders dichtes Gefieder, das sie mit einem körpereigenen Sekret vollkommen wasserdicht machen können. Dazu kommt eine dicke Fettschicht. Aber jetzt haben Wissenschaftler noch eine weitere Methode entdeckt, mit denen sich die Tiere schützen: Sie können ihre Körperoberfläche auf weniger als minus 20 Grad herunter kühlen. Festgestellt wurde das mit Hilfe von Wärmekameras, wie das Fachmagazin „Biology Letters“ schreibt.

Körperoberfläche unter dem Gefrierpunkt

Damit konnte man sehen, dass fast die ganze Körperoberfläche deutlich unter dem Gefrierpunkt lag, an vielen Stellen sogar unter minus 20 Grad –  und damit niedriger war als die Außentemperatur. Wärmster Bereich waren die Augen der Pinguine.  Weil die Tiere kälter sind als die Luft, gewinnen sie – so paradox es klingt – sogar ein bisschen Wärmeenergie durch die Luftströme.

Die Wissenschaftler hatten in Terre Adélie (Antarktis) eine Kolonie von brütenden Kaiserpinguinen mit den Wärmekameras aufgenommen und kamen dabei zu dieser erstaunlichen Erkenntnis. Weitere Forschungen sind geplant.

Sie trotzen eisiger Kälte und starkem Wind

Wenn man sich vorstellt, dass Kaiserpinguine nicht nur eisige Kälte, sondern auch noch Wind von bis zu 140 Kilometern pro Stunde aushalten, dann kommen mir die frostigen Temperaturen auf einmal gar nicht mehr so schlimm vor. Und Pinguine im Zoologischen Garten werde ich ganz sicher künftig mit anderen Augen betrachten, auch wenn es dort nur die kleineren Verwandten, die Königspinguine, gibt.

Kaiserpinguine im Film

Aber ich finde die neu entdeckten Fähigkeiten der Kaiserpinguine so unglaublich, dass sie trotzdem eine Geschichte in diesem Blog verdienen. Übrigens: Wer mehr über Kaiserpinguine erfahren möchte, sollte sich unbedingt den oscargekrönten Film „Die Reise der Pinguine“ aus dem Jahr 2005 in der Videothek ausleihen.

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